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Wem gehört das «Heilige Land»?

Christlich-theologische Überlegungen zur biblischen Landverheißung an Israel

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Edited By Berthold Schwarz

Die Beiträge in diesem Sammelband wollen dazu beitragen, aus christlich-theologischer Perspektive die Antwort auf die Frage zu präzisieren, wem das in den biblischen Überlieferungen dem Bundesvolk Israel verheißene Land gehört. Aus verschiedenen Blickwinkeln laden die Beiträge dazu ein, den theologischen Austausch hinsichtlich der «Landbesitzfrage» anzuregen und die Sinne für die theologische Urteilsbildung zu schärfen. Die vierzehn verschiedenen Autoren stimmen konfessionell und theologisch nicht in allem miteinander überein. Trotzdem liegt allen Beiträgen die Absicht zugrunde, fachrelevante Untersuchungsergebnisse vorzulegen, die eine ausgewogene und begründete Israellehre fördern und die einen «theologischen Astigmatismus» in der «Landbesitzfrage» vermeiden wollen.
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Wege, Holzwege und Abwege im Umgang mit den Landverheissungen

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← 242 | 243 → Wege, Holzwege und Abwege im Umgang mit den Landverheißungen1

NOTGER SLENCZKA

0. Einleitung und Gliederung

Die Frage danach, welcher theologische Stellenwert den alttestamentlichen Landverheißungen zukommt, und die damit verbundene Frage, welchen theologischen Stellenwert die Wiedererrichtung eines explizit jüdischen Staates auf dem geographischen Gebiet des Staates Israel hat, ist gerade in den kirchlichen Kreisen, denen die Neubestimmung des Verhältnisses von Kirche und Judentum am Herzen liegt, in höchstem Maße umstritten. Während beispielsweise die einschlägige Erklärung der Leuenberger Kirchengemeinschaft von 2001 das Thema des Landes ganz ausklammert2, bemühen sich die Studien 'Christen und Juden II' und '-III', einer 'doppelten Solidarität'3 – der gegenüber dem Judentum und derjenigen gegenüber den (zu einem kleinen Teil auch christlichen) Palästinensern – gerecht zu werden: sie nehmen den Zusammenhang zwischen Bund, Erwählung und Land aus den alttestamentlichen Schriften auf4, das heißt: die Feststellung, der Bund Gottes mit Israel und die Erwählung Israels bestehe fort, sei nicht ohne die Feststellung der Fortgeltung der Landverheißung möglich. Auf der anderen Seite verweisen sie auf die enge Verbindung von Landbesitz und ethischer Verpflichtung gerade gegenüber den landsässigen Fremden und unterstellen den Landbesitz somit Kriterien, auf die der gegenwärtige Staat in seinem ← 243 | 244 → Verhalten gegenüber den Palästinensern ansprechbar sein müsse.5 Schließlich unterscheiden sie zwischen der prinzipiellen Zusage des Landes und der institutionellen Form des gegenwärtigen Staates und seiner...

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