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Von Memel bis Allenstein

Die heutigen Bewohner des ehemaligen Ostpreußens: Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren

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Andrzej Sakson

Der Autor zeigt den Verlauf der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozesse in den Regionen Memelland, Kaliningrader Gebiet, Ermland und Masuren nach 1945 auf. Er vergleicht ihre jeweiligen Entwicklungen kritisch miteinander und rekurriert dabei auf die Nationalbildungsprozesse im späten 19. Jahrhundert sowie die Ereignisse am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Analysen stützen sich auf eigene soziologische Feldforschung. Zahlreiche Interviews, direkte und indirekte Beobachtungen sowie quantitative Untersuchungen wurden durch Archivstudien und durch die Auswertung von amtlichen Dokumenten, Memoiren, Fachliteratur sowie Presseezeugnissen ergänzt.
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2. Der Staat des Deutschen Ordens und der brandenburgischen Kurfürsten

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2.   Der Staat des Deutschen Ordens und der brandenburgischen Kurfürsten

Gegen die Prußen haben Bolesław I. Chrobry (der Tapfere) und seine Nachfolger gekämpft, insbesondere im Grenzgebiet zwischen Masowien und dem Kulmerland. Diese Kriege veranlassten den polnischen Herzog Konrad (auch Konrad von Masowien genannt) dazu, den Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem, der in Polen als Kreuzorden bzw. Kreuzritter bezeichnet wird, in den Jahren 1226-1228 einzuladen und ins Land zu holen14. Zur Hauptaufgabe des Ordens wurden die Eroberung und die Christianisierung prußischer Stämme15. Kraft der sog. Goldenen Bulle von Rimini aus dem Jahr 1226 sicherte Kaiser Friedrich II. dem Orden die Landeshoheit über das Gebiet der Prußen zu. Eine Bestätigung dieser Verleihung erhielt der Orden von Papst Gregor IX. aufgrund des gefälschten Vertrages von Kruschwitz (ca. 1234), in dem Konrad von Masowien angeblich auf die künftigen Eroberungen im Prußenland verzichtete16.

Die Deutschritter nahmen das teilweise von den Prußen beherrschte Kulmerland in ihren Besitz. Ab 1230 (nach der Teilnahme am Vierten Kreuzzug) begann der Orden mit der Eroberung prußischer Gebiete. Zugleich wurden Wall- und Wehrburgen errichtet: Kulm, Thorn und Marienwerder (1233), Elbing (1237), Memel (1252), Königsberg (1255), Braunsberg (1284) oder später Heilsberg (1308), Frauenburg und Soldau (1310) sowie Allenstein (1353). Sie entstanden meistens an der Stelle früherer prußischer Siedlungen. Da die Prußen über kein eigenes Staatsgebilde verfügten, gaben sie in den Jahren 1230-1283 der...

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