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Handbuch Angewandter Dramaturgie

Vom Geheimnis des filmischen Erzählens – Film, TV und Games

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Kerstin Stutterheim

Dramaturgie hat eine lange Tradition, auch im Bereich von Film und Fernsehen. In diesem Buch wird ein Überblick über dramaturgische Grundlagen und die Besonderheiten der Filmdramaturgie gegeben. Darüber hinaus wird auf Aspekte der Gestaltung von Games verwiesen. Kenntnisse der Filmdramaturgie ermöglichen es, einem Film, einer TV-Serie oder auch einem narrativen Game zu seiner bestmöglichen Entfaltung zu verhelfen, ohne diesem standardisierte Grenzen einer Formatvorlage aufzuerlegen. Ebenso kann eine Kenntnis der Filmdramaturgie die Analyse von audio-visuellen Werken unterstützen, um die künstlerische Prozesse erkennen, verstehen und gestalten zu können, die dessen Erfolg beeinflussen. Es werden Traditionen und Modelle der Filmdramaturgie an bekannten Beispielen sowie aus der Praxiserfahrung heraus und für diese anwendbar diskutiert.

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Dramaturgie als Theorie und Methode

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Eine Annäherung an eine Definition des Begriffs Dramaturgie

Filme, Fernsehserien und Spiele sind heutzutage aus unserem Alltag, aber auch aus Bildung und Wissenschaft nicht mehr wegzudenken. Ihre Struktur, Erzähltechniken und Konventionen scheinen allgemein vertraut und so einfach zu verstehen. Dennoch folgen narrativ-performative Werke – der Einfachheit halber als Filme und Spiele bezeichnet – dramaturgisch bestimmbaren Konventionen des Erzählens. Diese können je nach Region, Tradition, Dialekt oder Landessprache unterschiedlich ausgeprägt sein und Abweichungen aufweisen. In dem vorliegenden Buch geht es darum, Gemeinsamkeiten des filmischen Erzählens ebenso darzustellen, wie einige der jedem dramaturgischen Modell innewohnenden Möglichkeiten der Variation. Diese Gemeinsamkeiten oder Konventionen, die Jean-Claude Carrière als ›Geheimnis des Erzählens‹ bezeichnet hat2, können mit den Mitteln der Ästhetik und der Dramaturgie analysiert und wiederum kreativ nutzbar gemacht werden. Dabei wendet sich Dramaturgie stets dem gesamten Werk zu, das zu Aufführung gebracht wird. Dazu gehören der Text ebenso wie die Inszenierung und die Leistung der Darstellerinnen. Seit Gotthold Ephraim Lessing diese Tätigkeit am Theater in Hamburg ausgeübt und mit der Veröffentlichung seiner Erkenntnisse als Hamburgische Dramaturgie3 etabliert hat, wendet sich Dramaturgie der Gesamtheit der Aufführung beziehungsweise dem sich an ein Publikum richtendes Werk zu, nicht vorrangig an eine einzelne Leser_in. Als Tätigkeit bedeutet Dramaturgie das „Ins-Werk-setzen der Handlung“4 und basiert auf einer Schnittmenge von Wissen und Erfahrung. In der dramaturgischen Analyse werden der Text, die Inszenierung oder Regie und die Leistung der Darsteller...

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