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Handbuch Angewandter Dramaturgie

Vom Geheimnis des filmischen Erzählens – Film, TV und Games

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Kerstin Stutterheim

Dramaturgie hat eine lange Tradition, auch im Bereich von Film- und Fernsehen. Kenntnisse der Dramaturgie ermöglichen es, einem Werk zu seiner bestmöglichen Entfaltung zu verhelfen, ohne diesem standardisierte Grenzen einer Formatvorlage aufzuerlegen. Ebenso kann Dramaturgie die Analyse von Werken unterstützen, um künstlerische Prozesse und die Qualitäten eines Werkes erkennen und verstehen zu können. In diesem Buch wird ein Überblick über dramaturgische Grundlagen gegeben. Es werden dramaturgische Traditionen und Modelle aus der Praxiserfahrung heraus und für diese anwendbar diskutiert. Es wendet sich an Medienschaffende und Medienwissenschaftler ebenso wie an Filminteressierte.
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Case Study: Collateral (USA 2004)

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Der Film des Drehbuchautors Stuart Beatie und des Regisseurs Michael Mann von 2004 dient hier zur Erläuterung der dramaturgischen Grundstruktur eines modernen geschlossenen Films mit Protagonist_in/Antagonist_in-Struktur. Es werden relevante Merkmale der expliziten Struktur dargestellt. Die Besonderheit des gewählten Beispiels besteht darin, dass die tradierten Merkmalen der klassischen linear-kausal strukturierten geschlossenen Form der expliziten Struktur zugrunde liegen. Darüber hinaus werden diese auch in der Handlung und den Dialogen thematisiert. Diese Vorgehensweise berührt auch Aspekte der impliziten Dramaturgie, die jedoch im Folgenden nur beispielhaft an ausgewählten Situationen erläutert werden können. Eine komplette Analyse des Films ist hier leider nicht zu leisten, diese würde den gegebenen Rahmen sprengen.

Dramaturgische Strukturen werden über die Analyse und die Tätigkeit als Autor_in, Regisseur_in oder Dramaturgin verstanden und verinnerlicht. Man muss sich nicht in jedem Fall derer bewusst bedienen oder sich ihrer vergewissern. Dramaturgische Entscheidungen entstehen im künstlerischen Prozess dann oft aus der genauen Beschäftigung mit tradierten Werken und der Erfahrung aus dem Umgang mit Regeln, Modellen und Traditionen heraus.

Protagonist und Antagonist in COLLATERAL

In COLLATERAL stehen sich Personifizierungen von Gut und Böse als Charaktere gegenüber. Das Thema von ›Schuld‹ und ›Sühne‹ ist in die Handlung eingewoben. Dies wird über das Verhältnis von Protagonist_in und Antagonist verhandelt, das auch in diesem Film auf der Grundstruktur der Tragödie basiert.

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