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Handbuch Angewandter Dramaturgie

Vom Geheimnis des filmischen Erzählens – Film, TV und Games

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Kerstin Stutterheim

Dramaturgie hat eine lange Tradition, auch im Bereich von Film- und Fernsehen. Kenntnisse der Dramaturgie ermöglichen es, einem Werk zu seiner bestmöglichen Entfaltung zu verhelfen, ohne diesem standardisierte Grenzen einer Formatvorlage aufzuerlegen. Ebenso kann Dramaturgie die Analyse von Werken unterstützen, um künstlerische Prozesse und die Qualitäten eines Werkes erkennen und verstehen zu können. In diesem Buch wird ein Überblick über dramaturgische Grundlagen gegeben. Es werden dramaturgische Traditionen und Modelle aus der Praxiserfahrung heraus und für diese anwendbar diskutiert. Es wendet sich an Medienschaffende und Medienwissenschaftler ebenso wie an Filminteressierte.
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Vorwort

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Dramaturgie ist einerseits ein Begriff, dem in jüngster Zeit in der Produktions-Praxis beinahe magische Kräfte zugeschrieben werden. Er wird oft unspezifisch verwendet, um die Organisation des Materials und das Verhältnis von Werk und Publikum zu beschreiben. Was kann Dramaturgie beziehungsweise dramaturgisches Wissen und die Tätigkeit einer Dramaturgin oder eines Dramaturgen tatsächlich erreichen? Wofür ist dieses hilfreich und wo liegen die Grenzen? Warum ist Dramaturgie weder ein Mittel der Formatierung noch eine einfach zu lernende Formel für das Drehbuchschreiben? Angewandte Dramaturgie, wie sie in dem hier vorliegenden Buch diskutiert wird, bezieht sich in der Tradition der Produktionsdramaturgie auf das gesamte Werk und nicht nur auf den sprachlichen Text.

Dramaturgie hat eine lange Tradition. Sie entstand aus dieser und dem akkumulierten Wissen heraus als wissenschaftliche Disziplin ebenso wie als eine praktische Tätigkeit. Beides ermöglicht es, einem narrativen Werk zu seiner bestmöglichen Entfaltung zu verhelfen. Filmdramaturgie ergibt sich aus der jahrhundertelangen Entwicklung einer angewandten Dramaturgie des Theaters, die Gotthold Ephraim Lessing eingeführt und praktiziert hat. Aristoteles, der so oft als Gründervater der Dramaturgie und als Autor einer ‚Bibel‘ des Drehbuchschreibens angeführt wird, war Philosoph und analysierte die spezifischen Mittel der Theaterpraxis seiner Zeit. Man kann Aristoteles als den ‚Vorvater‘ der Medientheorie bezeichnen, Lessing als den Begründer einer angewandten Dramaturgie.

Dramaturgie als Begriff verweist demzufolge gleichermaßen auf eine wissenschaftliche Disziplin, eine Teildisziplin der Ästhetik, und auf eine Methode in der Praxis. In der...

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