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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Die „Neue Textsortenforschung“ und die Textsortenlinguistik

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Im literaturtheoretischen Diskurs rückt ähnlich wie in der Linguistik in letzter Zeit die Textsortenproblematik ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses und die in diesem Forschungskreis erhobenen Forderungen, eine „Gesamttextsortenforschung“ (Głowiński 1992: 81), „eine andere Textsortenforschung“ (Bolecki 1999: 5) oder „eine Neue Textsortenforschung“ (Balcerzan 1999a: 375; 1999b) zu initiieren, werden – aus mehr als einem Grund – von den Linguisten aufmerksam verfolgt (vgl. Witosz 2001b).

Die neuesten wissenschaftlichen Positionen innerhalb der beiden Forschungsdisziplinen sind zwar unterschiedlichen methodologischen Traditionen verpflichtet, berufen sich aber auf ähnliche wissenschaftliche Texte. Zur Bestätigung kann angeführt werden, dass grundsätzlich alle Literaturwissenschaftler den Terminus Textsorte sowie die theoretischen Bestimmungen von Michael Bachtin (mit einigen Vorbehalten bzw. Präzisierungen) akzeptiert haben. „Die Neue Textsortenforschung“ soll somit einen Versuch darstellen, „ein ganzheitliches Modellierungssystem“ aufzubauen, das alle künstlerischen, parakünstlerischen und nicht-künstlerischen Formen der schriftstellerischen Kommunikation umfasst (Balcerzan 1999a: 375). „Die Neue Textsortenforschung“ wäre dann komplementär zu der traditionellen literarischen Textgattungsforschung und sie würde die Systematisierung von Textformen der neueren, uns gegenwärtig umgebenden Kultur anstreben.

Indem die Theorie der sprachlichen Kommunikation zur adäquaten Grundlage des Textsorten- und Textgattungskonzepts erklärt wird, verschafft man sich die Möglichkeit des synthetischen Interpretierens, das dann nicht nur verpflichtet, sondern auch im Stande ist, die Totalität sowohl der literarischen als auch alltäglichen Äußerungen in ihrer ganzen Komplexität unterzubringen. Nicht nur die neuen theoretischen Paradigmen weisen auf Zusammenhänge zwischen den künstlerischen Texten und allen...

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