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Nationale und aristokratische Symbolik und Denkmalpolitik im 19. Jahrhundert

Ein deutsch-italienischer Vergleich

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Margit Bansbach

Entstehende Nationen brauchen Symbole. Das galt auch für Deutschland und Italien. Hier waren Nationaldenkmäler, Denkmalparks, Denkmalfeste und Mythen Teile dieser Symbolik. Dieses Buch untersucht Übereinstimmungen, Verbindungen und Unterschiede zwischen den deutschen und italienischen Symbolen und den Absichten der jeweiligen Mäzene. Beide Nationen unterschieden sich sehr in ihrer politischen und gesellschaftlichen Ausgangslage, aber eben auch in ihrer Mentalität. Die herrschenden Dynastien, Regierungen und nicht in Regierungsverantwortung stehenden Adligen nutzten die Denkmäler und deren Inszenierungen für ihre Zwecke. Der Vergleich beider Nationen zeigt dabei beachtliche Übereinstimmungen. Die Zielsetzung der jeweiligen Mäzene konnte jedoch sehr unterschiedlich sein.
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2 Nation und Adel

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2  Nation und Adel

2.1  Nation, Nationalismus und Nationalstaat

Die Vorstellung von einer modernen Nation, die es in dieser Arbeit zu behandeln gilt, entfaltete sich im späten 18. Jahrhundert insbesondere unter dem Einfluss der amerikanischen Revolution und der darauffolgenden Gründung der Republik der Vereinigten Staaten von Amerika und der Ideen von 1789. Sie unterscheidet sich von bereits vorher existierenden Vorstellungen dadurch, dass mit der modernen Nation meist der Wunsch nach einer staatsbürgerlichen Gesellschaft verbunden ist.41

Meiner Untersuchung lege ich die Definition Otto Danns zugrunde, da diese die wichtigsten Elemente beinhaltet, die das Entstehen der deutschen und der italienischen Nation im 19. Jahrhunderts ausmachten. Dann bezeichnet eine Nation als eine Gesellschaft, die aufgrund gemeinsamer geschichtlicher Herkunft eine politische Willensgemeinschaft bildet. In einer Nation verstehen sich die Menschen als Teil einer Solidargemeinschaft und gehen von der Rechtsgleichheit ihrer Mitglieder aus.42 Die Grundvoraussetzung für das Entstehen einer Nation ist die Bildung von Nationalbewusstsein und die Einigung auf einen Grundkonsens in der politischen Kultur innerhalb der Bevölkerung.43 Dies geschieht, indem sich die in einem Territorium lebenden Menschen ihrer gemeinsamen Interessen und Traditionen bewusst werden. Dabei ist das Gefühl der Verbundenheit zu einem definierten Raum, sprich einem Territorium, das als das „Vaterland“ angesehen wird, von besonderer Bedeutung. Die wichtigsten Ziele der hier lebenden Menschen sind die eigenverantwortliche Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse, politische Selbstverwaltung innerhalb ihres Territoriums sowie ein eigener Nationalstaat.44 ← 27 | 28 → Dabei kann sich Nationalbewusstsein im historischen Kontext ändern. Die Inhalte und...

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