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Nationale und aristokratische Symbolik und Denkmalpolitik im 19. Jahrhundert

Ein deutsch-italienischer Vergleich

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Margit Bansbach

Entstehende Nationen brauchen Symbole. Das galt auch für Deutschland und Italien. Hier waren Nationaldenkmäler, Denkmalparks, Denkmalfeste und Mythen Teile dieser Symbolik. Dieses Buch untersucht Übereinstimmungen, Verbindungen und Unterschiede zwischen den deutschen und italienischen Symbolen und den Absichten der jeweiligen Mäzene. Beide Nationen unterschieden sich sehr in ihrer politischen und gesellschaftlichen Ausgangslage, aber eben auch in ihrer Mentalität. Die herrschenden Dynastien, Regierungen und nicht in Regierungsverantwortung stehenden Adligen nutzten die Denkmäler und deren Inszenierungen für ihre Zwecke. Der Vergleich beider Nationen zeigt dabei beachtliche Übereinstimmungen. Die Zielsetzung der jeweiligen Mäzene konnte jedoch sehr unterschiedlich sein.
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6 Von der Kulturnation zum dynastisch-militärisch geprägten Nationalstaat – nationale Symbolik und aristokratische Denkmalpolitik in Deutschland und Italien im Vergleich

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6.  Von der Kulturnation zum dynastisch-militärisch geprägten Nationalstaat – nationale Symbolik und aristokratische Denkmalpolitik in Deutschland und Italien im Vergleich

Der folgende Vergleich der Denkmäler ist in zwei Abschnitte unterteilt: in die Zeit vor 1871 und die Zeit nach den Nationalstaatsgründungen in Deutschland und Italien. Aufgrund der überschaubaren Anzahl der untersuchten Aspekte der Denkmäler vor Gründung der Nationalstaaten und der Vielschichtigkeit der Faktoren für die Denkmäler nach 1871 ist die Einteilung in diese beiden Phasen sinnvoll und macht die Analyse übersichtlicher.

Im Fokus des Vergleiches stehen bei beiden Abschnitten: die jeweiligen Rollen und Absichten der Mäzene, die zur nationalen Bewusstseinsbildung genutzten Mittel, die Ähnlichkeiten und Differenzen der nationalen Symbolik und Mythenkomposition in beiden Ländern sowie die mit den Denkmälern und den Denkmalfesten zum Ausdruck kommenden Nationalismusformen. Dabei ist immer die Frage zu klären, inwieweit die für die Untersuchung ausgesuchten Adelsvertreter und/oder die vom Adel geprägten Regierungen durch die nationalen Denkmäler und Feste aristokratische Denkmalpolitik betrieben. Des Weiteren wird gezeigt, dass es nach den Nationalstaatsgründungen zu einem Funktionswandel von nationalen Denkmälern und der durch die Denkmäler transportierten Nationalismusformen kam. Außerdem wird deutlich, dass übereinstimmende nationale Identifikationsobjekte in Deutschland und Italien nicht bedeuten, dass gleiche nationale Vorstellungen und Ziele bei den Protagonisten der Denkmäler und der Denkmalfeste bestanden.

6.1  Die Kulturnation als Mittel aristokratischer Herrschaftssicherung, -erweiterung und -etablierung in Deutschland und Italien vor Gründung der Nationalstaaten...

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