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Das Duale System der Berufsausbildung als Leitmodell

Struktur, Organisation und Perspektiven der Entwicklung und europäische Einflüsse

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Georg Spöttl

Der Autor untersucht das kontrovers diskutierte Thema des bundesdeutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Zum einen erscheint das System unverzichtbar, um dem drohenden Mangel an Fachkräften in der Wirtschaft zu begegnen, zum anderen wird jedoch die duale Berufsausbildung von der anhaltenden Akademisierungswelle mehr und mehr zurückgedrängt. Zusätzlich scheint die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin nachzulassen, während sich alternative Formen der Erstausbildung entwickelt haben, die zum Teil in der Berufsvorbereitung zu einer internen Konkurrenz verschiedener Systemansätze geführt haben. Schließlich gilt es, vorgegebenen Maßnahmen der Europäisierung zu folgen, die sich nicht in allen Belangen als stützend für das Duale System erweisen.
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6 Realistische Perspektiven des Dualen Systems der Berufsausbildung

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6   Realistische Perspektiven des Dualen Systems der Berufsausbildung

6.1    Status des Dualen Systems

Bei einer zusammenfassenden Bilanz zur Situation des Dualen Systems ist festzuhalten, dass seit 2013 mehr junge Menschen ein Studium aufnehmen (2013: 511.843 und 2014: 503.888) als Ausbildungsverträge für das Duale System ausgehändigt werden (2013: 491.380 und 2014: 484.195). Vor 2013 war die Situation noch umgekehrt. In den letzten zehn Jahren nahm die Zahl der Studienanfänger kontinuierlich zu und die der Auszubildenden im Dualen System hingegen kontinuierlich ab (vgl. Hucker 2012, S. 4 ff.). In das Übergangssystem wanderten 2014 immer noch 256.110 junge Menschen und an der übrigen Berufsausbildung – schulische Berufsausbildung und schulische Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen – nahmen 2013 224.662 und 2014 228.658 Personen teil. Bei der letztgenannten Gruppe ist in den letzten zehn Jahren eine leichte Steigerung der Teilnehmerzahl festzustellen.71 Auffallend ist, dass die absolute Zahl der Ausbildungsverträge und der ausbildenden Betriebe seit rund 30 Jahren kontinuierlich zurückgeht (es bilden nur noch rund 20 % der Betriebe aus – vgl. bmbf-Pressemitteilung 181/2015). Die Einmündungsquote in das Duale System liegt seit vielen Jahren bei rund 65 % (mit leichten Schwankungen nach oben und unten), was bedeutet, dass die Zahl der an einer Berufsausbildung Interessierten rückläufig ist (vgl. BIBB 2015a).

Unter Druck ist das Duale System von verschiedenen Seiten. Auf der einen Seite ist es die rückläufige und schwankende Zahl der Ausbildungsplätze, auf der anderen Seite der ausgeprägte Akademisierungstrend,...

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