Show Less
Restricted access

Literarische Topographien in Ostmitteleuropa bis 1945

Series:

Edited By Elzbieta Nowikiewicz

Der Band versammelt Aufsätze, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit ostmitteleuropäischen literarischen Räumen, Orten und ihrer Topographie beschäftigen. Die AutorInnen diskutieren unterschiedliche Ansätze einer sichtbaren Welt, des Räumlich-Erfahrbaren mit topographischer Akzentuierung, wobei geographische Referenzräume besondere Berücksichtigung finden. Es handelt sich um Bezüge zu Räumen, Orten und Landschaften im Leben und Werk verschiedener SchriftstellerInnen. Die Sammelmonographie setzt sich darüber hinaus die literarische Wiederentdeckung Ostmitteleuropas zum Ziel. Ostmitteleuropa wird einer erneuten Lektüre unterzogen, wobei die Fragen, wie die einzelnen Autoren den Text des Raumes lesen und wie sie mit dem ostmitteleuropäischen Raum umgehen, eine zentrale Bedeutung erfahren. Es wird auch nach den Raumfunktionen in Texten gefragt. Die Perspektive des Raumes determiniert demzufolge die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten.
Show Summary Details
Restricted access

In keiner anderen Stadt hat man ihn so geliebt… Die Darstellung von Prag in den älteren fiktionalen Mozart–Biographien

Extract



Katarzyna Szczerbowska–Prusevicius (Toruń)

Die Biographie des Menschen weist eine Bindung an den Raum auf: „Lebensbeschreibungen sind Bewegungsgeschichten. Ihre Eckdaten sind Geburt und Tod, sie verlaufen zwischen Geburts- und Sterbeort […]. Orte sind nicht Schall und Rauch, sondern sagen etwas über Herkunft, Bildung, Karrieren, Schicksale. Sie flankieren Lebensgeschichten […]“1. Diese Feststellung Karl Schlögels behält auch im Falle der fiktionalen Biographien ihre Berechtigung. Der erzählte Raum ist in biographischen Romanen nicht beliebig ausdehnbar, sondern eingeschränkt auf Orte, die Stationen im Lebenslauf des Biographierten darstellen. Im Falle Mozarts handelt es sich vor allem um Städte, Salzburg, Paris, Wien und Prag. Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf die literarische Wahrnehmung der Stadt Prag, die Wolfgang Amadeus Mozart fünfmal besuchte und wo er seine größten Triumphe feierte.

Prag spielte im Leben W. A. Mozarts eine besondere Rolle. Der Komponist weilte dreimal im Zusammenhang mit den Aufführungen seiner Opern in der böhmischen Hauptstadt: 1787 dirigierte er dort Die Hochzeit des Figaro und noch imselben Jahr kam er zum zweiten Mal nach Prag, um den Don Giovanni zu vollenden und die Uraufführung zu leiten; 1791 erklang in Prag, anlässlich der Krönung Kaiser Leopolds zum böhmischen König, Mozarts La clemenza di Tito, wieder unter der Leitung des Komponisten. Während seine Opern in Wien einen nur mäßigen Erfolg hatten, wurden sie in Prag, abgesehen von La clemenza di Tito, enthusiastisch aufgenommen. Für die literarischen Mozart–Biographien...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.