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Kultur im Transfer

Komparatistik in der Slowakei

Series:

Edited By Sandra Vlasta, Robert Gafrik and Stephan-Immanuel Teichgräber

Der Band gibt einen Einblick in den gegenwärtigen Stand der slowakischen Literaturwissenschaft, insbesondere der Komparatistik. Die Beiträge beruhen auf den Vorträgen einer Ringvorlesung, die durch eine Kooperation der Wiener Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Institut für Weltliteratur der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava entstanden ist. Die behandelten Themen reichen von dem Einfluss der indischen Kultur auf die deutschsprachige Literatur über die Problematik der Übersetzung in der Rezeption der Literaturen im mitteleuropäischen Raum, Konzeptualisierungsansätze zur literarischen Kommunikation, die Rezeption Franz Kafkas in der Tschechoslowakei bis hin zu postkolonialen Untersuchungen der afrikanischen Literaturen.
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Vorwort

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Literatur im Kulturtransfer könnte eine Umschreibung für eines der klassischen Forschungsfelder von KomparatistInnen lauten. Die Kulturtransferforschung beschäftigt sich mit den Prozessen der Übernahme kultureller Phänomene zwischen verschiedenen Kulturen, z. B. zwischen Ländern oder zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Dieser relativ junge kulturwissenschaftliche Forschungszweig wurde in den 1980er Jahren von Michel Espagne und Michael Werner begründet, die sich vor allem mit dem kulturellen Transfer zwischen Deutschland und Frankreich beschäftigten.1 Literatur im Kulturtransfer weist nun auf die Rolle der Literatur in solchen Prozessen hin und beleuchtet, was wann wie und durch wen im Kontext von Literatur übertragen wurde. – Die Analyse solcher ‚Wechselbeziehungen’ ist eine der ureigenen Aufgaben der Vergleichenden Literaturwissenschaft, die damit prädestiniert dafür ist, den literaturwissenschaftlichen Bereich der Kulturtransferforschung zu übernehmen. Der Begriff ,Kulturtransfer‘ deckt sich zudem auf bemerkenswerte Weise mit der Auffassung der Rezeptionsforschung, wie sie sich innerhalb der slowakischen Komparatistik seit den 1970er Jahren durchgesetzt hat. Rezeption wird dabei nicht als passive Übernahme einer literarischen oder kulturellen Erscheinung gesehen; die slowakische Komparatistik betont vielmehr die Kreativität jeder Rezeption. Sie wird als kreativer Kulturtransfer verstanden und erforscht.

Literatur im Kulturtransfer war außerdem der Titel einer Ringvorlesung, die im Sommersemester 2012 an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien abgehalten wurde. Die mehrsprachige Ringvorlesung wurde von Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Weltliteratur der Slowakischen Akademie der Wissenschaften gestaltet, alle Vortragenden kamen ebenfalls von der Akademie in Bratislava, ihre Beiträge finden sich im...

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