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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Edited By Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Der blinde Seher oder Der erste Jonas-Vogel-(Kriminal-)Roman von Friedrich Ani. Ein offener Brief an Herrn Professor Orłowski: Włodzimierz Bialik Poznań

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Sehr geehrter Herr Professor Orłowski,

Sie, der Sie allein daran schuld sind, dass ich mich seit vielen Jahren mit Populärliteratur beschäftige (Magisterarbeit bei Ihnen über Dürrenmatts Kriminalprosa und Ihr weiterer diesbezüglich auf mich ausgeübter trivialer Druck), haben sich nie dazu herabgelassen, sich wissenschaftlich mit dieser Art lesbarer Texte zu beschäftigen. Zu Trivialautoren unter Germanisten haben Sie mehrmals Stellung genommen, zu trivialen fiktionalen Texten nie.

Auch wenn Sie also der hier im Weiteren präsentierten Meinung nicht zustimmen, ist es doch so: Der Unterschied zwischen den sog. ernsthaften (seriösen) literaturwissenschaftlichen germanistischen Texten und denen, die man als „populärwissenschaftlich“ beschimpft, beruht oftmals darauf, dass die zweiten, im Gegensatz zu den ersten, nicht nur gelesen, sondern auch verstanden werden. Dasselbe betrifft übrigens auch die so genannte schöngeistige Literatur: Je höher die hohe Literatur, desto niedriger die Verständnis-„Einschaltquoten“. In diesem Sinne, werter Herr Professor Orłowski, dessen Texte ich zum Teil auch nicht verstehe, der folgende Beitrag.

Friedrich Ani, einer der namhaftesten und bedeutendsten deutschen Kriminalschriftsteller der mittleren Generation (Jahrgang 1959, Sohn eines Syrers und einer Schlesierin), begann bereits kurz nach dem Abitur mit dem Schreiben von Theaterstücken und Hörspielen. In den Jahren von 1981 bis 1989 arbeitete er unter anderem als Polizeireporter, Kulturjournalist und Drehbuchautor. Im Jahr 1996 veröffentlichte Ani seinen ersten Roman, doch der große Durchbruch gelang ihm erst mit seinen Krimireihen.

Er ist vor allem durch...

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