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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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„Warte Bonaparte, warte...“ Fontane und die Völkerschlacht 1813: Hubertus Fischer / Hannover / Berlin

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Fontane zieht aus polnischer Sicht divergierende Lesarten auf sich.1 Hubert Orlowski hat mit der Methodik der historischen Stereotypenforschung Klarheit in die Debatte gebracht.2 Es gibt aber noch einen anderen, bisher wenig beachteten Zusammenhang: „Fontanes Welt umfaßt Kulturräume, die heute nicht mehr zu Deutschland gehören. Welchen Weg er auch immer wählen mag, den Weg über die Romane, Prosafragmente, Gedichte oder Briefe: Fontane erschließt inzwischen auch dem polnischen Leser eine Vergangenheit, die zu Teilen seine eigene geworden ist.“3 Das spiegelt sich auf reizvolle Weise in Pawel Huelles Danzig-Roman Castorp, der bei näherer Betrachtung ein Roman aus zwei Romanen ist: Thomas Manns Zauberberg und Fontanes Effi Briest.4

Aber auch umgekehrt gilt: Der deutsche Leser entgeht über kurz oder lang dem Thema Polen nicht, wenn er sich auf Fontane einläss. So kann die Wahl eines Epochenjahres wie 1813 zunächst der zweihundertjährigen Wiederkehr geschuldet sein: Mit einer gewissen Zwangsläufigkeit stellt sich darüber aber wiederum der Bezug zu Polen ein. Da dabei ein anderes Jubiläumsjahr berührt werden muss, 1863, in das auch der längste polnische Aufstand fiel, wird der zu Ehrende in dem vorliegenden Versuch die Verknüpfung mit einem früheren Versuch nicht übersehen.5 Wenn er dieselbe freundliche Aufnahme fände, wäre das geschehen, was mit dieser Gabe als stille Hoffnung verbunden ist. ← 49 | 50 →

Die Völkerschlacht, ihre Vor- und Nachgeschichte hat den Lyriker, Journalisten und Romancier Fontane auf unterschiedliche Weise beschäftigt. Das...

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