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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Alexander Granach im Exil. Das Zeitgeschehen in den Augen des Schauspielers anhand seiner Briefe an Lotte Lieven: Maria Kłańska / Kraków

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Die Handlung von Granachs autobiographischem Roman Da geht ein Mensch (1945)1 reicht nur bis 1919, bis zu seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg nach Berlin und München, die Erinnerungen seines Sohnes Gad Granach Heimat – ‚los!‘ Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten (1997) beziehen sich im Hinblick auf seinen Vater im Grunde genommen nur auf die Zeit bis 1933, da er danach nur selten Briefkontakt mit ihm hatte.2 So blieb bis zur Veröffentlichung von Granachs Briefen an Lotte Lieven, seine nichtjüdische Geliebte und Lebenspartnerin seit 1929, sein Schicksal in den Exiljahren, besonders die Jahre 1938-1945 in den USA, weitgehend unbekannt. Nachdem diese Briefe 2008 von Hilde Recher und Angelika Wittlich u.d.T. „Du mein liebes Stück Heimat.“ Briefe an Lotte Lieven aus dem Exil herausgegeben wurden, lässt sich das Schicksal dieses deutschen Schauspielers im Exil viel genauer rekonstruieren. Lotte Lieven, das Bühnenpseudonym der Schweizer Schauspielerin Susanna Charlotte Munz (1898-1986), die Granach in seinen Briefen als „mein liebes Stück Heimat“ bezeichnet, war derjenige Mensch, der dem geflüchteten Schauspieler am nächsten stand. Obwohl sie nicht offiziell verheiratet waren, betrachtete er sie als seine ihm vor Gott angetraute Frau. Sie kannten einander seit 1920, 1929 holte er sie dann nach Berlin in sein Studio. Nach seiner Flucht sahen sie sich nur noch zweimal: 1936 besuchte sie ihn in Moskau und 1937 war sie offensichtlich diejenige, die Feuchtwangers Hilfe für den Inhaftierten erflehte, sie holte ihn dann in Prag ab und brachte ihn...

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