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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Ermländer und Masuren in der Postmigrationsgesellschaft: Andrzej Sakson / Poznań

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Ostpreußen wurde nach 1945 zu einem „verfluchten Land”. Das einzelnen Personen, ganzen Gemeinschaften und nationalen Gruppen angetane Unrecht bekam massenhaften Charakter. Es verschwanden ganze Kulturen, die Menschen wanderten aus, die Bewohner dieser Gebiete waren sich lange Zeit fremd. Das Zusammentreffen von einzelnen Bevölkerungsgruppen führte zu einem Zusammenprall verschiedener Kulturen, zahlreichen Antagonismen und Konflikten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich in verschiedenen Einwohnergruppen dieses Territoriums ein Prozess der Desintegration und des Zerfalls der einzelnen Gemeinschaften (der Deutschen, der Preußischen Litauer, der Masuren und der Ermländer). Unter den übrigen Bevölkerungsgruppen konnte man hingegen einen langsamen Prozess der Stabilisierung und gesellschaftlichen Integration mit unterschiedlicher Dynamik und unterschiedlichem Verlauf beobachten.

Die Bevölkerungsgruppen, die das Territorium des ehemaligen Ostpreußen bewohnten und aus verschiedenen Regionen stammten, unterschieden sich voneinander durch ihre Kultur und ihr Zivilisationserbe, durch ihr unterschiedliches Nationalbewusstsein sowie ihre Konfession.

Die Motive für die Ankunft in diesem Gebiet waren unterschiedlich. In der ersten Periode der Gestaltung neuer gesellschaftlicher Gefüge kam es zu vielen Antagonismen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen, die nicht nur dazu geführt haben, dass sich manche Gruppen für gewisse Zeit vor der Außenwelt verschlossen und von anderen isolierten, sondern auch zur Entstehung neuer Voreingenommenheiten und negativer Stereotypen beitrugen. Da zwischen den einzelnen regionalen Bevölkerungsgruppen bestimmte Unterschiede bestanden, und zwar in Bezug auf ihre zahlenmäßige Stärke und räumliche Verteilung auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußens, verliefen diese Prozesse ungleichartig. Sie hingen...

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