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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Religion und Gewalt zu Beginn der europäischen Neuzeit – Was können wir aus dem europäischen Konfessinsfundamentalismus des 16. und 17. Jahrhunderts lernen?: Heinz Schilling / Berlin

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„Religion“ steht heute im Fokus nahezu aller Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die Politiker haben sie längst als ein innen- wie außenpolitisch relevantes und für Wahlen wirksames Thema (wieder)entdeckt. Nach den mörderischen Anschlägen islamischer Fundamentalisten steht insbesondere der Zusammenhang von Religion und Gewalt im Zentrum des Interesses. Es wird sogar gelegentlich wieder über den „Gerechten“ – oder gar einen „Heiligen Krieg“ diskutiert, Begriffe, die dem Historiker vertraut sind, von denen er sich aber noch vor kurzem nicht hätte vorstellen können, dass sie auf gegenwärtige Konflikte Anwendung finden könnten. Die folgenden Überlegungen wollen nicht direkt in diese gegenwartsorientierte Debatte eingreifen. Sie gehen aber von dem Anspruch aus, dass historische Erfahrung das Urteil über strukturelle und kulturelle Probleme der Gegenwart schärft und darüber hinaus auch Wege zu deren Lösung aufzeigen kann.1

Historische Erfahrung mit der fundamentalistischen Verschränkung von Religion und Gewalt und den mörderischen Folgen hat die lateinisch-christliche oder „westliche“ Zivilisation in Hülle und Füllte – glücklicherweise aber auch darin, ← 231 | 232 → Wege und Instrumente zur Überwindung dieses verderblichen Syndroms zu finden. Beiden soll im Folgenden unsere Aufmerksamkeit gelten – den Ursachen und Formen der fundamentalistischen Verbindung von Religion und Gewalt ebenso, wie den Mitteln und Wegen zu ihrer Überwindung. Epochal geht es um den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, also um die Zeit zwischen rund 1450 und 1650, als im lateinischen Europa das Religion-Gewalt-Syndrom einen Höhepunkt erreichte. Die Ausführungen beginnen mit epochengeschichtlichen Überlegungen...

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