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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Edited By Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Unterwegs in unsichtbare Städte. Europa molekular: Karl Schlögel / Frankfurt (Oder), München

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„Unterwegs in unsichtbare Städte“ – in diesem Titel klingt Italo Calvinos großes Buch „Die unsichtbaren Städte“ an, in dem ein weitgereister Marco Polo am Hof des Khublai Khan so etwas wie eine Typologie der Städte gibt: die Städte der Wünsche, die Städte der Erinnerung, die Städte der Zeichen. Es ist ein Buch, an dem man seinen Sinn für die Stadt als komplexe Welt schulen kann, geschrieben in einer farbigen, metaphernreichen Sprache. Die zweite Ebene, die darin angedeutet ist, verweist auf etwas Geheimnisvolles, um etwas, was nie zuvor gesehen und dargestellt wurde – etwas für Eingeweihte, für Leute, die ein feines Gehör oder eine Ahnung davon haben, was später einmal eintreten wird.

Nach dem Ende des Ostblocks, nach dem Ende des Eisernen Vorhangs, nach dem Ende der Teilung Europas hat sich ein neuer Raum herausgebildet oder ist dabei, sich herauszubilden – politisch, verkehrsmäßig, kulturell, mental. Alte Grenzen verschwinden, neue entstehen. Alte Feindschaften werden aufgelöst und neue Nachbarschaften entstehen. Peripherien und Zentren verschieben sich oder bilden sich neu. Lebens- und Erwartungshorizonte, in denen Generationen groß geworden sind, lösen sich auf und konstituieren sich neu. Dieser Vorgang umfasst alle Aspekte im Leben der Europäer. Dieser Prozess der Wiedervereinigung oder Neubildung Europas am Ende des 20. Jahrhunderts hat sich auch seine politischen und organisatorischen Formen gegeben. Es gibt Verträge, Abbau von Grenzen, neue Wirtschaftsbündnisse, eine Währungszone, aber auch neue Abgrenzungen eines grösser gewordenen Raumes....

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