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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Dudeczku mój drogi... Droga Alice... Zu einer gewissen amitié amoureuse à trois in der Geschichte der deutschen Rezeption des Werks von Witold Gombrowicz: Marek Zybura / Wrocław

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Die Ursprünge deutscher Rezeption des Werks von Gombrowicz sind in Polen immer noch wenig bekannt. Zum Teil rührt das von der Tatsache her, dass der Briefwechsel des Autors mit seinem Übersetzer Rudolf Richter (der seine Übersetzungen unter dem Pseudonym Walter Tiel veröffentlichte) sowie mit der Exilautorin Alicja de Barcza, die mit ihm befreundet war, und ihm auch diesen Übersetzer vermittelte, unbekannt geblieben ist.1 Das gegenwärtig am Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau (Wrocław) realisierte Forschungsprojekt „Heinrich Kunstmann (1923-2009) und die polnische Literatur“ soll dem mit Hilfe des Nachlasses dieses Gelehrten, der ebenfalls Gombrowicz’s Übersetzer und ein Freund von Richter war, Abhilfe schaffen.

Zuvor mag der folgende Text, der unter Verwendung unbekannter Zeugnisse aus dem Nachlass geschrieben, oder diesem gleichsam abgeschrieben wurde, ein wenig Licht auf zwei Gestalten werfen, die für die Anfänge von Gombrowicz’s „Kampf“ um seinen literarischen Ruhm in Deutschland von ausschlaggebender Bedeutung waren, in der Gombrowicz-Forschung2 aber bis heute nur eine Ran ← 307 | 308 → dexistenz fristen. Um das Gewicht und die Farbigkeit dieser Zeugnisse vor Augen zu führen, werde ich sie häufiger, manchmal auch ausgiebig, zitieren.

Alicja de Barcza (1909-1973), von Freunden Litka genannt, eine Art Scharnier zwischen Autor und Übersetzer, kannte Gombrowicz aus dem Warschau der Vorkriegszeit der 1920er und 1930er Jahre. Rudolf Richter (1894-1974), den Nachfahren einer Lodzer Textilunternehmerfamilie, lernte sie ebendort noch früher kennen. Der junge Autor und sein künftiger Übersetzer sind sich in...

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