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Ungeduld der Erkenntnis

Eine klischeewidrige Festschrift für Hubert Orłowski

Edited By Wlodzimierz Bialik, Czeslaw Karolak and Maria Wojtczak

Der Sammelband stellt eine Festschrift zum 77. Geburtstag von Professor Hubert Orłowski, dem namhaften polnischen Germanisten dar und setzt sich aus Beiträgen seiner Freunde und Schüler zusammen. Die Festschrift präsentiert ein breites, mit den Forschungsschwerpunkten des Jubilars korrespondierendes Spektrum der Themenschwerpunkte. Sie beziehen sich – unter anderem – auf historische Fremdbild- und Stereotypenforschung, auf exemplarische Fragen und implizit vergleichende Analysen zur deutschen und polnischen Exilliteratur und Kultur im Schatten der NS-Ideologie sowie zu topographisch akzentuierter Erinnerungskultur in vergleichender deutsch-polnischer Perspektive.
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Die Geburt der neuen Demokratie aus dem Geist Europas. Zu den Europa-Essays von Jürgen Habermas und Robert Menasse: Leszek Żyliński / Toruń

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Heutzutage setzen nur wenige ihre Hoffnung auf ein starkes, politisch geeintes Europa. Aber auch in der Ablehnung der Bevormundung durch die EU-Instanzen oder in den Klagen über die halbherzige Politik der europäischen Regierungen beziehen sich die meisten Kritiker immer wieder auf Europa. Der Zeitgeist weht nämlich in jedem Fall europäisch. Europazentrisch oder europaskeptisch diskutieren auch viele Intellektuelle, die sich durch die ausufernde Diskussion über die gegenwärtige Vertrauenskrise zu Stellungnahmen provoziert sehen. Dabei beziehen sich zahlreiche Diskutanten auf die erwünschte oder problematische Verbindung zwischen der Konstruktion der Europäischen Union und der Demokratie. Es werden neue, einer Utopie ähnliche Programme entworfen, die ehrgeizig ein „kosmopolitisches Europa“ als politisches Ziel beschreiben oder eine „Konstitutionalisierung der Menschenrechte“ in einer europäischen Verfassung und die „Konstituierung einer Weltbürger gemeinschaft“ postulieren.1 Das eine propagiert seit Jahren der Soziologe Ulrich Beck, für das andere Konzept plädiert Jürgen Habermas. Beide Autoren stellen sich in die bewährte Tradition der intellektuellen Einmischung in öffentliche bzw. politische Angelegenheiten, die eben in der Diskussion um Europa eine lange Tradition hat.2 Was in den zahlreichen Essays, Reden und Interviews diesmal abseits der reinen Kritik genauso schwer zu Buche schlägt, ist die Tatsache, dass die Intellektuellen vor dem Hintergrund der Krise trotzdem positive Zukunftsprojekte präsentieren.

Dies war unmittelbar vor und nach 1989 noch anders. In jenem geschichtsträchtigen Jahr publizierte beispielsweise Hans Magnus Enzensberger seinen Essay „Brüssel oder Europa – eins von beiden“, in dem er – damals noch rela...

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