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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 1 – Einleitung

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Wie soll man sich der Thematik einer islamisch-politischen Ideengeschichte bzw. einer politischen Philosophie im Islam nähern? Kann man überhaupt über „islamisch-politische Theorien“ sprechen? Oder wäre es angebrachter, über politisches Denken im „Islam“ zu sprechen? Was aber wäre das „Islamische“ an diesem Denken? Geht es um politisches Denken in „islamischen Kulturkreisen“ im Sinne des Nachdenkens über Politik durch muslimische („Universal“-)Gelehrte, PolitikerInnen oder aber um politische Theologie im islamischen Feld? Es handelt sich hier um kein tautologisches Wortspiel. All diese Fragen kratzen am essentiellen Kern des vorliegenden Gegenstandes. Und wahrscheinlich trägt die Bejahung und Verneinung einer jeden je nach theoretischer Ausgangslage und begrifflicher Definition einen relativen Wahrheitsgehalt in sich. Die Frage der Deutung des Zusammenhangs des Politischen und der Islamizität war und ist nach wie vor ein großes Themenfeld, das höchst kontrovers diskutiert wird (siehe etwa: El-Affendi 2008; Hallaq 2013). In der deutschsprachigen Literatur zeichnet sich in jüngster Zeit eine vermehrte Auseinandersetzung mit sogenannten liberalen DenkerInnen ab (Benzine 2012; Amirpur 2013), während sogenannte islamistische DenkerInnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert eher im Kontext allgemeiner Abhandlungen über „Islamismus“ oder „islamistischen Extremismus“ Erwähnung finden. Eine populärwissenschaftliche Ausnahme bildet hier das Werk von Amirpur & Ammann (2006), die ein breites, diversifiziertes Bild zeitgenössischen islamischen Denkens präsentieren. Über DenkerInnen aus dem islamischen Kulturkreis aus dem Mittelalter finden sich neben zahlreichen Übersetzungen deren Originalwerke ins Deutsche durchaus Überblickswerke (etwa: Hendrich 2011). Dies gilt auch für zeitgenössisches, islamisch-politisches...

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