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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 6 – Afghānī, ʿAbduh, Riḍā und ʿAbd al-Rāziq

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„Der erste Mensch, […] dessen tiefe Einsicht in die innere Bedeutung der Geschichte des muslimischen Denkens und Lebens, verbunden mit einer breiten Vision, die von seiner weit gespannten Erfahrung von Menschen und ihrer Art hervorgebracht wurde, ihn zu einem lebendigen Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft gemacht hätte, war Dschmala ad-Din Afghani. Hätte sich seine unermüdliche und dennoch verstreute Energie ganz dem Islam als einem System menschlichen Glaubens und Verhaltens widmen können, stünde die Welt des Islam, intellektuell gesprochen, heutzutage auf viel festerem Grund“

Muḥammad Iqbāl (Iqbal 2006, 124).

Jamaāl al-Dīn al-Afghānī, Muḥammad ʿAbduh, Rashīd Riḍā und ʿAlī Abd al-Rāziq

Vier der bedeutendsten Figuren, die die Debatte um eine neue politische Rolle des Islams und seinem Verhältnis zur Moderne prägten, waren Jamaāl al-Dīn al-Afghānī (1838-1897) und seine beiden Schüler Muḥammad ʿAbduh und Rashīd Riḍā (Lohlker 2008, 199f.) sowie ʿAlī Abd al-Rāziq als die säkulare Spielart. Oftmals wird Rashīd Riḍā (1865-1935) neben ʿAlī ʿAbd al-Rāziq (1888-1966) als Schüler Muḥammad ʿAbduhs (1849-1905) genannt (Amirpur 2013, 22). Afghānī war ein Mann, der ausgedehnte Reisen durch die islamische Welt und Europa unternahm. Wo immer er auch auftauchte, beunruhigte er die dortigen Herrscher aufgrund seiner für die dortigen und damaligen Verhältnisse radikalen Forderungen (Rogan 2012, 196f.). Von manchen MuslimInnen erhielt er den Ehrentitel ḥākim al-sharq (Weiser des Orients) (Benzine...

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