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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 7 – Muḥammad Iqbāl

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Iqbal ist ein Frommer, einer, der sich Gott geweiht hat, doch ist sein Glaube nicht ein kindlicher; er ist ganz männlich, glühend, kämpferisch. Und sein Kampf ist nicht nur ein Ringen um Gott, sondern auch ein Ringen um die Welt. […] Sein Traum ist eine in Allahs Namen und Dienst geeinigte Menschheit.

Hermann Hesse (Hesse 1989, 6)

Leben und Werk

Muḥammad Iqbāl wurde 1877 in Sialkot im nördlichen Pandschab geboren. Er stammte aus einer einfachen, religiösen Familie, besuchte eine schottische Missionsschule in seiner Heimatstadt, ging dann nach Lahore, erlangte 1897 seinen Master in Philosophie zu einem wirtschaftswissenschaftlichen Thema und ging mit einem Stipendium nach Cambridge, wo er Rechtswissenschaft und Philosophie studierte. Nach seinem Abschluss besuchte er Deutschland (München, dann Heidelberg), ging daraufhin wieder nach London, um Arabisch zu lehren, und kehrte schließlich nach Lahore zurück (Schimmel 1989, 12-19). Die politischen Umstände in seiner Heimat erklären viele der politischen Einstellungen dieses Dichterphilosophen. So ist seine Kritik an den Briten in den Jahren ab 1910 gestiegen, als die 1905 vollzogene Teilung Bengalens in einen mehrheitlichen Hindu und einen muslimischen Teil (heutiges Bangladesch) aufgehoben wurde, wodurch die lange Zeit regierenden MuslimInnen in die Rolle einer Minderheit gedrängt wurden, was zu einer entsprechenden Frustration führte (Schimmel 1989, 21f.). Iqbāl hatte sich früh der Muslim League (ML) angeschlossen, die 1906 als Partei muslimischer Intellektueller und Grundbesitzer unter der Leitung von Aga Khan...

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