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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 9 – Ḥasan al-Bannā

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Al-Bannā steht für eine Weltanschauung, in der die Umfassendheit des Islams den Logos von Moralität, Gemeinschaft und Politik bildet. […] Durch den Islam lehrte Al-Bannā seine Gefährten, Antworten mithilfe von lokalen und indigenen Werten, sozialen, religiösen und politischen, intellektuellen Ressourcen zu finden. Sein Ziel war es, sie zu inspirieren, den Islam vollständig anzunehmen, in seiner Moral und seinem Gesetz, und damit eine Antwort auf die Kolonialherrschaft zu finden. Larbi Sadiki (Sadiki 2012)

Leben und Werk

Ḥasan al-Bannā (1906-1949) war der Gründer und zu Lebzeiten Leiter der 1928 in Ägypten ins Leben gerufenen Muslimbruderschaft. Er wurde in eine religiöse Familie in einem kleinen Dorf in Mahmūdiyya hineingeboren. Als Kind genoss er von dem Sohn des Herausgebers des musnad des Imam Aḥmad ibn Ḥanbal privaten Unterricht in den klassischen islamischen Fächern, besonders im qurʾān. Daneben durchlief er eine staatliche Ausbildung, die ihn von 1923 bis 1927 nach Kairo an die dār al-‘ulūm brachte, wo er als Grundschullehrer ausgebildet wurde. Bei Bannā trat früh ein Interesse an islamischer Mystik hervor. Ebenso engagierte er sich gesellschaftlich. Im jungen Alter von nur zwölf Jahren wurde er Mitglied des mystischen Ḥasafiyya-Ordens. Zudem war er in gesellschaftlichen Vereinigungen, die sich um islamische Moralität im öffentlichen Raum bemühten, aktiv und leitete diese sogar in jungem Alter (Krämer 2013, 62f.). 1919 nahm er im Alter von 13 Jahren an Streiks und Demonstrationen gegen die britische...

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