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Islamisch-politische Denker

Eine Einführung in die islamisch-politische Ideengeschichte

Farid Hafez

Das Buch präsentiert einen Abriss der Ideengeschichte des islamisch-politischen Denkens von al-Farabi über Ibn Khaldun und Ibn Taymiyya bis hin zu al-Afghani, Hasan al-Banna, Muhammad Asad, Khomeini, Nasr Hamid Abu Zaid, Yusuf al-Qaradawi und Elijah Muhammad. Das Werk arbeitet die Vielschichtigkeit des politischen Denkens im islamischen Bezugsraum heraus und zeigt auf, wie das intellektuelle, soziale und politische Umfeld das jeweilige Denken der einzelnen Persönlichkeiten prägte und wie damit ein Wandel zentraler Begriffe einherging. Der Autor führt in das Leben und Wirken von knapp 20 Persönlichkeiten ein und stellt dabei zentrale Begriffe vor, die das jeweilige Denken prägen. Die Verwendung von Originaltexten bietet hierbei einen authentischen Einblick.
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Kapitel 11 – Muḥammad Asad

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„Das erste Beispiel einer offenen, ideologischen Gesellschaft im Gegensatz zu den geschlossenen, rassisch oder geographisch bedingten Gesellschaftsformen der Vergangenheit. Die islamische Botschaft forderte und gebar eine Zivilisation, in welcher der Nationalismus keinen Platz hatte, in welcher es keine Klasseninteressen gab, keine Klassenunterschiede, keine Kirche, kein Priestertum, keinen erblichen Adelsstand und überhaupt keine erblichen Privilegien. Das Ziel war, eine Theokratie in der Beziehung zu Gott und eine Demokratie in den Beziehungen zwischen den Menschen zu errichten“

Muḥammad Asad (Asad 2005, 353)

Leben und Werk

Am 2. Juli 1900 wurde in der damals zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie gehörenden galizischen Stadt Lemberg Leopold Weiß als Sohn eines Anwaltes geboren. 1914 wird die Familie in Wien ansässig. Während er die Schule besucht, wird er parallel in den religiösen und sprachlichen Traditionen seiner jüdischen Herkunft erzogen. Sein Großvater war Rabbiner. Nach dem Schulbesuch studiert Weiss von 1918 bis 1920 an der Universität Wien, bricht das Studium aber ab und geht gegen den Willen seines Vaters nach Berlin, von wo aus er ab 1922 eine erste Orientreise nach Ägypten, Palästina, Transjordanien, Syrien und in die Türkei antritt. Von 1923 bis 1927 arbeitet er für die Frankfurter Zeitung. 1924 veröffentlicht er seinen ersten Roman Unromantisches Morgenland. Aus dem Tagebuch einer Reise. Während seiner zweiten Orientreise von 1924 bis 1926 nimmt er den Islam an und wird zu Muḥammad Asad. Von 1927 an arbeitet er für...

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