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Die deutsche Besteuerung ausländischer Tonkünstler und Künstlergesellschaften

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Katharina Rudersdorf

Die Besteuerung von international tätigen Künstlern wie Musikern, Dirigenten und Komponisten sowie von Künstlergesellschaften ist ein ständiger Brennpunkt des nationalen und internationalen Steuerrechts. Ursache hierfür sind die zahlreichen Sonderregelungen im Bereich der Steuertatbestände und Steuererhebung, die den vielschichtigen Einnahmen von Künstlern, ihrer hohen Mobilität sowie dem Einsatz von Künstlergesellschaften Rechnung tragen sollen. Diese komplexe Rechtslage führt zu erheblichen Unklarheiten und Unsicherheiten bei der Besteuerung von im Ausland ansässigen Künstlern und Künstlergesellschaften. Die Problemfelder bei ihrer Besteuerung, die sich durch die komplexe Rechtslage aus deutscher, internationaler und europarechtlicher Sicht ergeben, werden in diesem Buch analysiert und es werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
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C. Inländische Einkünfte beschränkt steuerpflichtiger Künstler

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C.Inländische Einkünfte beschränkt steuerpflichtiger Künstler

Im Folgenden ist zu untersuchen, ob die typischen Einnahmequellen ausländischer Künstler und Künstlergesellschaften nicht nur die Tatbestandsmerkmale der Einkunftsarten i.S.v. § 49 Abs. 1 i.V.m. §§ 13–22 EStG,416 sondern auch den von § 49 Abs. 1 EStG zusätzlich geforderten Inlandsbezug417 aufweisen.418

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen von § 49 Abs. 1 EStG aufgrund der Anknüpfung an die Einkunftsarten i.S.v. §§ 13 ff. EStG derselbe Einkünftebegriff wie für unbeschränkt Steuerpflichtige gilt.419 Daher bestimmt sich die Gewinnerzielungsabsicht bei unbeschränkt und beschränkt Steuerpflichtigen nach denselben Kriterien und ist anhand derselben Vermutungs- und Beweislastregelungen festzustellen.420 Liegt danach keine Gewinnerzielungsabsicht vor, kann dies nicht aufgrund isolierender Betrachtungsweise gem. § 49 Abs. 2 EStG außer Betracht bleiben. Denn das Fehlen der Gewinnerzielungsabsicht ist kein im Ausland gegebenes Besteuerungsmerkmal.421 Dies sieht nun auch die Finanzverwaltung so.422

Dies bedeutet insbesondere für den öffentlich geförderten Kulturbereich eine große Steuerentlastung. Denn die Auftritte von ausländischen Staatsorchestern und Opernhäusern, die in ihren Heimatländern überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, unterliegen danach nicht mehr der beschränkten Steuerpflicht gem. § 49 Abs. 1 EStG.423 ← 66 | 67 →

I.Einkünfte aus selbständiger Arbeit, § 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG

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