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«Helfen» oder «töten»? Die Mediendebatte um die Sterbehilfe

Eine diskurslinguistische Kausalitätsanalyse- Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Ekkehard Felder

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Anna Mattfeldt

Der Gedanke an das Sterben ist meist von Ängsten und Unsicherheiten geprägt. Dank der Fortschritte in der modernen Medizin ist es in vielen Fällen möglich geworden, die letzte Phase des Lebens künstlich zu verlängern. Gleichzeitig bieten (teils kommerzielle) Organisationen an, beim vorzeitigen Beenden des eigenen Lebens zu assistieren. Die Studie beschäftigt sich mit der Mediendebatte um die sogenannte Sterbehilfe. Sie untersucht diskursanalytisch, wie Akteure mit sprachlichen Mitteln um Deutungshoheit ringen und wie Konzepte in der Debatte medial vermittelt und diskutiert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der qualitativen Analyse der grammatischen Verknüpfungsmittel (Konnektoren). Diese verbinden Aussagen miteinander und konstituieren damit kausale Zusammenhänge im Diskurs.
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3. Analyse

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3.1 Kausale Konnektoren im engeren Sinne und konsekutive Konnektoren

3.1.1 Charakterisierung

Die kausale Verknüpfung im engeren Sinne stellt die prototypische sprachliche Möglichkeit, Kausalität herzustellen, dar; eng verwandt ist die konsekutive Verknüpfung, die als inverse Relation hier mit den kausalen Verknüpfern im engeren Sinne untersucht wird (vgl. KANG 1996, 12). Die universelle Gültigkeit der Kausalität ist in Philosophie und Naturwissenschaften zunehmend umstritten (vgl. WAßNER 2004, 311). Nichtsdestotrotz ist Kausalität als Ordnungsprinzip des Menschen in seiner Vorstellung von Sachverhalten in der Welt von großer Bedeutung (vgl. KÖLLER 2004, 510). Ursache-Wirkungs-Verhältnisse zwischen aufeinander folgenden Ereignissen herzustellen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, das sich auch in sprachlichen Strukturen manifestiert (vgl. dazu BOETTCHER 2009, 122).

Sprachliche Kausalbeziehungen gehen zudem über den naturwissenschaftlichen Kausalbegriff hinaus, was sich darin zeigt, dass kausale Konnektoren im engeren Sinne nicht nur faktische Ursache-Wirkungs-Verhältnisse, sondern zum Beispiel auch personalisierte Beweggründe verknüpfen (vgl. BALLWEG 2004). Köller verweist auf die etymologische Abstammung der kausalen Konnektoren im engeren Sinne von mittelhochdeutschen temporalen und lokalen Junktionen (vgl. KÖLLER 2004, 512), was die Nähe zu zeitlichen und räumlichen Ordnungsprinzipien des menschlichen Denkens zeigt (vgl. auch Humes Kausalitätsbegriff, dazu BALLWEG 2004, 326). Zudem betont Köller die diskurssteuernde und die kommunikative Funktion der kausalen Konnektoren als Indikatoren für Handlungsmuster des Sprechers (vgl. KÖLLER 2004, 513). Wie sich kausale Verknüpfungen im engeren...

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