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Comparatio delectat II

Akten der VII. Internationalen Arbeitstagung zum romanisch-deutschen und innerromanischen Sprachvergleich- Innsbruck, 6.–8. September 2012- 2 Bände

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Eva Lavric and Wolfgang Pöckl

Vergleichen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, um sich in der Welt zu orientieren; ein heuristisches, also erkenntnisförderndes Verfahren, das man auf allen Abstraktionsstufen anwenden kann. Die Beiträge dieses Bandes beweisen, dass Kontrastive Linguistik nicht nur konstruktive Beiträge zur Sprachtypologie, zum Sprachunterricht und zur Translation, sondern auch Kategorien zur Verfeinerung der Beschreibung sprachlicher Strukturen im Allgemeinen liefern kann. In den 52 Aufsätzen verbinden VertreterInnen der Romanistik, der Germanistik und der Translationswissenschaft hohe wissenschaftliche Ansprüche mit konsequenter Anwendungsorientierung. Mehrsprachige Wissenschaftskommunikation ist in diesem Band gelebte Praxis. Objekte der Analysen sind mehr als ein Dutzend verschiedener Sprachen.
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Juristische Fachübersetzungen im Sprachenpaar Französisch-Italienisch in den Jahren 1789 bis 1814

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Gegenstand dieses Beitrages sind Übersetzungen von juristischen und politischen Texten vom Französischen ins Italienische im Kontext der Französischen Revolution und der Napoleonischen Epoche. Bisher ist nur wenig bekannt, dass die Sprachpolitik dieser Epoche nicht nur die sprachliche Vereinheitlichung zugunsten der Nationalsprache mit sich brachte, sondern es auch eine Übersetzungspolitik gab, die die Übersetzung aller nationalen Gesetze und Dekrete in die damaligen Regionalsprachen Frankreichs vorsah und die später auch auf die europäischen Nachbarsprachen ausgeweitet wurde. Anhand von einigen ausgewählten Übersetzungen aus zwei Regionen – Korsika und Piemont – werden wir diese Politik charakterisieren und dabei die Übersetzungsstrategien, die Textsorten und die Entlehnungsproblematik berücksichtigen.

Unsere Analyse zeigt eine starke Ausgangstextorientierung, die jedoch angesichts der an juristische Texte gestellten Genauigkeitsforderung und angesichts der Tatsache, dass sich das Italienische erst in dieser Zeit als Gesetzes- und Gerichtssprache durchsetzen konnte, wenig überrascht. Wir konnten außerdem Unterschiede zwischen den Textsorten in Abhängigkeit von der Textfunktion beobachten, wodurch deutlich wird, dass die starke Ausgangstextorientierung nicht pauschal auf eine fehlende Sprach- und Translationskompetenz zurückgeführt werden darf. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass zahlreiche Strukturen und Termini des Französischen die sich herausbildende italienische Rechtssprache geprägt haben und diese Übersetzungen eine wichtigere Rolle für die Entwicklung des Italienischen als Fachsprache von Recht und Verwaltung gespielt haben als bisher angenommen.

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