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Konsum und Imagination- Tales of Commerce and Imagination

Das Warenhaus und die Moderne in Film und Literatur- Department Stores and Modernity in Film and Literature

Edited By Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Das Warenhaus war über Deutschland hinaus bis in die 1930er-Jahre einer der kulturgeschichtlich bedeutendsten Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Konsumkultur. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes zeigen sowohl den Facettenreichtum des Warenhaus-Diskurses in der Literatur, dem Feuilleton, in Musicals und im Film als auch die Bandbreite der teils sozial-und kulturkritischen, teils fortschrittsorientierten Thematisierungen auf. Dabei kommen Romane von Zola, Brecht und Fallada sowie Schriften weniger bekannter Autoren zur Sprache. Das emanzipatorische Potenzial des Warenhausthemas findet ebenso Beachtung wie waren- und konsumästhetische Strategien, die in Literatur, Film und anderen Medien reflektiert werden.
Until the 1930s department stores provided, in Germany as elsewhere, one of the focal points of cultural and critical engagement with modernity and consumer culture. The authors of this volume explore the diversity of the discourse on department stores in literature, the feuilleton, musicals and film. They demonstrate the scope of the discourse from cultural criticism to more progress-oriented examinations of the theme. Novels by Zola, Brecht and Fallada are discussed, as well as writings by lesser known authors. Attention is paid to the emancipatory potential of department stores as well as to the aesthetics of consumption as reflected in literature, film and other media.
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Warenhäuser als Ritualräume der Moderne

Extract

Burckhard Dücker

Das Warenhaus als Ritualraum der Moderne Warenhausgestaltungen in der deutschen Literatur zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts

Abstract

German literature around 1900 frequently depicts department stores. However, it does not primarily deal with the act of shopping; instead, the visit turns into an experience that is well beyond quotidian life. In this process clients are transformed within the setting of a sensuously orchestrated consumer world. This transformation is not meant to meet the requirements of daily life; rather, it aims to allow for a profound personal change. The ‘before’ and ‘after’ experiences of the department store are programmatic denominations.

Das Warenhaus als Symbol der Moderne

Wenn die aktuellen Prognosen aus Urbanistik und Wirtschaftswissenschaften über den Niedergang des stationären Handels im Allgemeinen und des Typus Warenhaus im Besonderen zutreffen,1 dann endet am sozialen Ort Warenhaus, der viele innenstädtische Zentren architektonisch und konsumpraktisch über Jahrzehnte geprägt hat, eine gut 150-jährige Geschichte. Deren Deutung bewegt sich zwischen den Polen „Kulturkritik“2 und ← 165 | 166 → „Fortschrittsoptimismus“3 und betrifft das Warenhaus als jedermann zugängliche Repräsentationsform der Moderne und des Urbanen. Obwohl Geschäftskonzept und Bautypus Warenhaus in Deutschland erst seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts entscheidend realisiert wurden, gab es seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts literarische Auslegungsangebote, die das Warenhaus als Handlungsort und -träger unter den Aspekten Modernisierung, Kulturbruch und Kulturbringer (Demokratisierung des Konsums) gestalteten. 4 Fundamental veränderten sich die Einstellungen zur Handlungsform Einkauf:...

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