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Hamburg unter dem Drucke der Franzosen (1863/64)

Mit einem Lebensbild Carl Mönckebergs, Pastor an St. Nikolai

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Helmut Stubbe da Luz

1863 – in Hamburg werden «Befreiungskriegs»-Jubiläen veranstaltet. Über das Datum herrscht Zwist – seit 50 Jahren. 1863 setzt sich die «März-Partei» durch. Die Märzfeier, zuletzt 1838 begangen, auf Hamburger Lokalgeschehen Bezug nehmend, gerät erneut zum Triumph von Nationalismus und Liberalismus, zeigt aber auch Anklänge an Militarismus und Franzosenfeindlichkeit. Die auf Senatsbeschluß hin seit 1817 routinemäßig alljährlich veranstaltete Oktoberfeier, bezogen auf die Leipziger «Völkerschlacht», läuft dagegen aus. Hier positioniert sich hastig Carl Mönckeberg mit dem Buch Hamburg unter dem Drucke der Franzosen; nur der erste Teil erscheint – wie geplant – zum März 1863. Der konservative Pastor, auf Seiten der «Senats»- und «Oktober-Partei», legt eine Darstellung vor, die von Ressentiments weitgehend frei und bis heute informativ ist. Dieses Werk wurde nun neu herausgegeben und reich kommentiert.
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[Dänemarks Interesse am Besitz Hamburgs]

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Jetzt kam von Seiten des Königs von Dänemark, der gleich, nachdem er durch den Syndikus von Sienen die Nachricht von der Befreiung der Stadt empfangen [hatte]369, seine besten Wünsche und seinen Entschluß, nach empfangener offizieller Anzeige ihre Unabhängigkeit anzuerkennen, dem Senat zu erkennen gegeben hatte, das Anerbieten, Hamburg und Lübeck in seinen Schutz zu nehmen und mit seinen Truppen zu besetzen, wenn die schwedischen Truppen sie nicht eingenommen hätten und wenn die russischen Generäle sich zurückzögen. Tettenborn hatte dazu aber am wenigsten Lust, den Dänen zu weichen, und er hielt es um so viel mehr für seine Pflicht, der Forderung keine Folge zu leisten, da er [gegenüber Kopenhagen], Verdacht schöpfte.

[S. 84] Wir müssen hier das Verhältnis von Dänemark zu den andern Mächten näher ins Auge fassen, um die folgenden Ereignisse zu verstehen, da dieses Verhältnis gerade für Hamburg so verderbliche Folgen gehabt hat. Der Marschall Bernadotte war 1810 zum Kronprinzen von Schweden erwählt [worden] und hatte seitdem nur den einen Gedanken, seine Dynastie zu heben. Für Finnland, das Schweden an Rußland verloren hatte, suchte er einen Ersatz in Norwegen, das damals mit Dänemark vereinigt war. Der Kaiser von Rußland kam ihm mit dem Versprechen entgegen, für die Abtretung Norwegens mitzuwirken, wenn er sich gegen Napoleon rüsten wollte, und es kam am 5. April 1812 ein förmlicher...

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