Show Less
Restricted access

Hamburg unter dem Drucke der Franzosen (1863/64)

Mit einem Lebensbild Carl Mönckebergs, Pastor an St. Nikolai

Series:

Helmut Stubbe da Luz

1863 – in Hamburg werden «Befreiungskriegs»-Jubiläen veranstaltet. Über das Datum herrscht Zwist – seit 50 Jahren. 1863 setzt sich die «März-Partei» durch. Die Märzfeier, zuletzt 1838 begangen, auf Hamburger Lokalgeschehen Bezug nehmend, gerät erneut zum Triumph von Nationalismus und Liberalismus, zeigt aber auch Anklänge an Militarismus und Franzosenfeindlichkeit. Die auf Senatsbeschluß hin seit 1817 routinemäßig alljährlich veranstaltete Oktoberfeier, bezogen auf die Leipziger «Völkerschlacht», läuft dagegen aus. Hier positioniert sich hastig Carl Mönckeberg mit dem Buch Hamburg unter dem Drucke der Franzosen; nur der erste Teil erscheint – wie geplant – zum März 1863. Der konservative Pastor, auf Seiten der «Senats»- und «Oktober-Partei», legt eine Darstellung vor, die von Ressentiments weitgehend frei und bis heute informativ ist. Dieses Werk wurde nun neu herausgegeben und reich kommentiert.
Show Summary Details
Restricted access

[Der Bremer Senat fürchtet eine Annexion durch Hannover]

Extract



Als nun Sieveking kam, da erhielt auch er eine Einladung, am 28. [November], und er teilte dem Senat seine Befürchtungen wegen des Kronprinzen mit. Der Senat ließ dagegen merken, daß er alle Ursache habe, die Absichten Hannovers mit Argwohn zu beobachten, da der Graf Münster ersichtlich Bremen in den besondern Schutz Hannovers zu bringen suche, um [es] gelegentlich diesem Lande einverleiben zu können. Da der Senat deshalb beschloß, die Senatoren Smidt und Gildemeister nach Frankfurt zu schicken, so schlossen sich Perthes und Sieveking den Abgeordneten der Stadt Bremen an. Nach Frankfurt am Main war nach der Schlacht bei Leipzig das Große Hauptquartier der Verbündeten verlegt [worden]; dort suchte auch der deutsche Verwaltungsrat unter Stein seine Wirksamkeit fortzusetzen.

[Die hansestädtischen Vertreter im alliierten Hauptquartier]

Die Abgeordneten wandten sich, auf Wallmodens Empfehlung, zunächst an den Freiherrn vom Stein; sie erhielten von ihm in einer langen Unterredung am 9. Dezember die nachdrücklichsten Versicherungen, daß die Stimmung der drei großen verbündeten Mächte den Städten durchaus günstig sei. Die von Tettenborn und im Namen des Kronprinzen von Schweden erlassenen Proklamationen seien schon an sich null und nichtig; und der letztere im Verhältnis zu den Verbündeten nur ein General. Des Kronprinzen Äußerungen, insofern sie ein besonders näheres Verhältnis der hanseatischen Truppen zu seiner Person hervorhöben, seien nur eine petite intrigue. Man kenne aber seine Intrigen; der Schmutz der Revolution hänge...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.