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Hamburg unter dem Drucke der Franzosen (1863/64)

Mit einem Lebensbild Carl Mönckebergs, Pastor an St. Nikolai

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Helmut Stubbe da Luz

1863 – in Hamburg werden «Befreiungskriegs»-Jubiläen veranstaltet. Über das Datum herrscht Zwist – seit 50 Jahren. 1863 setzt sich die «März-Partei» durch. Die Märzfeier, zuletzt 1838 begangen, auf Hamburger Lokalgeschehen Bezug nehmend, gerät erneut zum Triumph von Nationalismus und Liberalismus, zeigt aber auch Anklänge an Militarismus und Franzosenfeindlichkeit. Die auf Senatsbeschluß hin seit 1817 routinemäßig alljährlich veranstaltete Oktoberfeier, bezogen auf die Leipziger «Völkerschlacht», läuft dagegen aus. Hier positioniert sich hastig Carl Mönckeberg mit dem Buch Hamburg unter dem Drucke der Franzosen; nur der erste Teil erscheint – wie geplant – zum März 1863. Der konservative Pastor, auf Seiten der «Senats»- und «Oktober-Partei», legt eine Darstellung vor, die von Ressentiments weitgehend frei und bis heute informativ ist. Dieses Werk wurde nun neu herausgegeben und reich kommentiert.
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[Feierliche Gottesdienste, erneute Indienstnahme der Kirchengebäude]

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Am 5. Juni, am Feste Trinitatis, wurde ein Dankfest für die Befreiung der Stadt in allen Kirchen gehalten. In der großen Michaeliskirche, an der der Senior Rambach stand, war die Hauptfeier, ein Tedeum ward von einem Chor von Dilettanten [Amateuren] gesungen; die ganze russische Generalität war zugegen. Die Nikolaikirche wurde an diesem Tage schon wieder der Gemeinde geöffnet. Die andern Kirchen brauchten längere Zeit zu ihrer Wiederherstellung; die Katharinenkirche ward erst am 16. Sonntag nach Trinitatis, den 25. September, die Jacobi[kirche] am 20. Sonntag nach Trinitatis, den 23. Oktober, die Petri[kirche] zuletzt, am 1. Advent, den 27. November, geweiht. Durch die Benutzung der Räume zu Pferdeställen war der Schmutz zu arg geworden, und die Kosten, welche die Räumung und die Wiederherstellung zum Gottesdienst erforderten, waren in jener Zeit zu schwer zu bestreiten.

[Neuer Ärger mit der Hanseatischen Bürgergarde]

[S. 299] Allein, die festliche Stimmung wurde nicht nur durch häusliche, privative Sorge gestört, sondern auch durch viele öffentliche Ereignisse getrübt. Die Hanseatische Bürgergarde war es, die zunächst durch die Ansprüche, die sie für ihre Verdienste machte, viele Not verursachte. Der Senat hatte schon gleich nach Bennigsens Einzug, am 3. Juni, die Garde neu zu organisieren gesucht. Obristleutnant Mettlerkamp war zum provisorischen Chef aller Bürgergarden ernannt, wie [auch] zum Major des Ersten Bataillon [Leonhard] Wächter, des Zweiten G. G. Schwartze, des Dritten P[eter] D[avid...

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