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Hamburg unter dem Drucke der Franzosen (1863/64)

Mit einem Lebensbild Carl Mönckebergs, Pastor an St. Nikolai

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Helmut Stubbe da Luz

1863 – in Hamburg werden «Befreiungskriegs»-Jubiläen veranstaltet. Über das Datum herrscht Zwist – seit 50 Jahren. 1863 setzt sich die «März-Partei» durch. Die Märzfeier, zuletzt 1838 begangen, auf Hamburger Lokalgeschehen Bezug nehmend, gerät erneut zum Triumph von Nationalismus und Liberalismus, zeigt aber auch Anklänge an Militarismus und Franzosenfeindlichkeit. Die auf Senatsbeschluß hin seit 1817 routinemäßig alljährlich veranstaltete Oktoberfeier, bezogen auf die Leipziger «Völkerschlacht», läuft dagegen aus. Hier positioniert sich hastig Carl Mönckeberg mit dem Buch Hamburg unter dem Drucke der Franzosen; nur der erste Teil erscheint – wie geplant – zum März 1863. Der konservative Pastor, auf Seiten der «Senats»- und «Oktober-Partei», legt eine Darstellung vor, die von Ressentiments weitgehend frei und bis heute informativ ist. Dieses Werk wurde nun neu herausgegeben und reich kommentiert.
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Einleitung

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So wird selbst aus dieser Vereinigung mit Frankreich, die, wie dies die französischen Staatsschriftsteller selbst bezeugen, die Politik Frankreichs und nicht das Wohl Hamburgs für den Augenblick notwendig machte, noch ein spätes Heil für Hamburg hervorgehen.

Amandus Augustus Abendroth, 1814

Die Napoleon- und Koalitionskriege fanden 1814/15 ihr Ende. Für nennenswerte Teile Europas war damit eine strapaziöse Zeit überstanden, auch für das politisch noch uneinheitlich strukturierte Deutschland. Aus keiner europäischen Stadt zogen sich die französischen Militär- und Zivilverwaltungskräfte 1813/14 so spät zurück wie aus Hamburg. Eine Reihe von Jahren des Krieges, des ökonomischen Niedergangs, der Besatzungsherrschaft, von Belagerung und Vertreibung hatten auch hier an der Substanz gezehrt. In Hamburg selbst wurde die These entwickelt und verbreitet, die Stadt habe wie keine zweite in Deutschland unter den napoleonischen Kriegen gelitten. Später galt für lange Zeit hier die Auffassung, dass jene „Franzosenzeit“ mit den (folgenden) Katastrophen des 19. Jahrhunderts auf eine Stufe gestellt werden könne - mit dem Großen Brand von 1842 und der Choleraepidemie von 1892. Ob man dieser Ansicht folgen kann, hängt davon ab, wie das Prädikat „Katastrophe“ definiert wird. Allein die Vertreibung von 30000 Unterverproviantierten um die Jahreswende 1813/14 kommt hier allerdings in Frage, nicht dagegen der Niedergang des Handels, die Beschlagnahme der Bestände der Hamburger Bank, die Angriffe der Franzosen im Mai 1813 und der Russen in den ersten drei Monaten des Jahres...

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