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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.
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5.4.2. Lehrkonzept

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„Ich habe das in Leipzig oft auch erlebt, dass Autoren ihre Stunden in Seminaren machen und ich hatte eher das Gefühl, sie sitzen ihre Stunden ab. Ich verstehe das insofern, es ist für Autoren, die ohnehin immer zu kämpfen haben, ein Verdienstzweig. […] Da muss man sich nicht in die Tasche lügen. Die meisten würden es nicht machen, wenn sie es sich leisten könnten.“

(Verena Roßbacher im Interview, 21.01.2011.)

Von Beginn an sei auch eine der schweizerischen Situation angepasste Mehrsprachigkeit im Gespräch gewesen, französisch und deutsch als Lehr- und Arbeitssprachen,2787 ein singuläres Konzept,2788 auch wenn Marie Caffari einräumt: „Viersprachig wäre natürlich noch besser.“2789 Mehrheitlich stammen die Studierenden aus der deutschsprachigen Schweiz, einige aus dem französischsprachigen Raum, einer schreibe auf rätoromanisch, ein anderer italienisch/deutsch, und es funktioniere im Grunde genommen gut in dieser Form, obgleich die Seminare und ← 482 | 483 → Werkstätten ›nur‹ deutsch/französisch seien.2790 Dass es zukünftig auch mehrere Lehrstellen mit dem sprachlichen Fokus Italienisch geben werde, um jene Studierenden qualifiziert betreuen zu können, schließt Marie Caffari nicht aus.2791

Der Schaffung eines einzigen Institutes, an dem die Kräfte gebündelt sind, sei der Vorzug vor vier Instituten mit jeweils deutscher, französischer, italienischer oder rätoromanischer Arbeitssprache zu geben, da dies den Größenverhältnissen des Landes angemessen sei.2792 Marie Caffari betont, es sei sinnvoller, „[…] sich zu konzentrieren, zu fokussieren,...

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