Show Less
Restricted access

Die Entscheidungskompetenz des minderjährigen Patienten in der medizinischen Behandlung

Series:

Daniela Böhmker

Der minderjährige Mensch nimmt heute in unserer Rechtsordnung eine in besonderem Maße geschützte Sonderstellung ein, die aber in vielen Bereichen wiederholt zu schwierigen rechtlichen Konstellationen führt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht ein kleiner Ausschnitt dieser Problematik, nämlich die Frage nach dem Recht sowie der Fähigkeit Minderjähriger, im medizinischen Kontext eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Unter besonderer Beachtung des Selbstbestimmungsrechtes Minderjähriger werden praktikable, mit dem geltenden Recht sowie mit aktuellen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen als auch mit der heutigen rechtlichen und gesellschaftlichen Stellung des Minderjährigen im Einklang stehende Lösungsansätze für ein reformiertes Schutzkonzept aufgezeigt.
Show Summary Details
Restricted access

E. Abschließende Betrachtung

Extract

E.  Abschließende Betrachtung

Diese Arbeit hat die Einbettung der rechtlichen Problematik des minderjährigen Patienten dargestellt und aufgezeigt, dass die derzeitige rechtliche Situation Minderjähriger in der medizinischen Behandlung seiner gesellschaftlichen Stellung, seiner tatsächlichen Reifeentwicklung sowie den tatsächlichen Anforderungen, die unsere Rechtsordnung heute an Minderjährige bestimmter Altersgruppen stellt, nicht mehr gerecht wird. Will man den Minderjährigen heute in seiner rechtlichen Stellung angemessen achten und gerecht werden, wird man nicht umhinkommen, ihm ein Mehr an Selbstbestimmung zukommen zu lassen. Eine Schablone, die für jeden Lebenssachverhalt eine rechtssichere Lösung bietet, wird es für diesen hochkomplexen Bereich jedoch nie geben, sodass im Ergebnis eine Überforderung bzw. eine Bevormundung Einzelner nicht in jedem Fall vermeidbar sein wird. Aus diesem Grunde muss es darüber hinaus auch weiterhin praktisch umsetzbare und transparente Korrektive geben, die eine sachgerechte Einzelfallentscheidung ermöglichen. Die Gefahr der Überforderung Minderjähriger im Rahmen der hier vorgestellten Ansätze scheint jedoch gering, da Kinder und Jugendliche nicht gezwungen werden, ihr Selbstbestimmungsrecht, auch bei Vorliegen der diesbezüglichen Kompetenz, auszuüben. Soweit sie sich überfordert fühlen und die Entscheidungen ihren gesetzlichen Vertretern überlassen, stellt das „Fremdbestimmtwerden“ auch eine Form der Selbstbestimmung dar. Aus sich heraus lebt dann das Elternrecht wie auch die Elternpflicht wieder auf, sodass der Minderjährige in jedem Fall geschützt und adäquat vertreten ist. Darüber hinaus kann dem Minderjährigen in jedem Fall zur Unterstützung ein Interessenvertreter in der Gestalt eines „Beistandes für...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.