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Tourismuskommunikation

Im Spannungsfeld von Sprach- und Kulturkontakt- Mit Beiträgen aus der Germanistik, Romanistik und Anglistik- Unter Mitarbeit von Maria Vittoria Spissu

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Edited By Doris Höhmann

Die Kommunikation in der Touristik hat in der germanistischen Forschungslandschaft bislang vergleichsweise wenig Beachtung gefunden. Mit seinen insgesamt 18 oftmals kontrastiv ausgerichteten Beiträgen aus der Germanistik, Anglistik und Romanistik möchte der mehrsprachig angelegte Band dazu beitragen, die hier entstandene Lücke zu schließen. Mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen werden in den Beiträgen sprachliche Darstellungswelten und -weisen in der Tourismuskommunikation, Sprach- und Kulturtransfer sowie sprachdidaktische Herausforderungen behandelt. Der Band setzt es sich insbesondere zum Ziel, einen einführenden Überblick über Themenschwerpunkte und aktuelle Forschungstendenzen zu vermitteln.
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The Rhine: sublime or not?

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Wolfgang Teubert*

Abstract

Die Art und Weise, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, wird ganz überwiegend vom Diskurs bestimmt. Schon Goethe sagte „wir sehen nur, was wir kennen.“ Landschaften sind ein gutes Beispiel. Bilder und Zeichnungen zeigen weniger die objektive Wirklichkeit, als dass sie ein Abbild dessen sind, was über eine Landschaft gesagt wird. Den heutigen Touristen wird die Vorstellung, die mittelrheinische sei erhaben oder ,sublim‘, eher seltsam erscheinen. Aber für britische Reisende vor zweihundert Jahren war das die gängige Sicht, und sie drückte sich in Bildern aus, die diese Landschaft als zutiefst alpin erscheinen ließen. Es war die Zeit, als die Idee der Erhabenheit den Gipfel ihrer Popularität erreichte, nachdem Nicolas Boileaus Übersetzung der Schrift Peri Hupsous [Über das Erhabene], fälschlich Longinus zugeschrieben, die Aufmerksamkeit der gebildeten Kreise in ganz Europa, vor allem aber auf den britischen Inseln, erregt hatte. Mein Beitrag beschäftigt sich mit der Geschichte dieses heute weithin vergessenen Konzepts. Ich untersuche mögliche Gründe für seine damalige Bedeutung und speziell seine Wirkung auf die britischen und amerikanischen Rheinreisenden, wie wir sie den Reiseberichten und den Reiseführern der Zeit entnehmen können. Indem ich die Serialität dieser Quellen sichtbar mache, versuche ich zu zeigen, wie der Diskurs unser Erleben bestimmt, ein Erleben, das wir allzu gern für authentisch halten. Denn die Wirklichkeit, der wir uns ausgesetzt sehen, ist weniger die Welt da draußen als ein kontingentes Konstrukt des Diskurses...

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