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War die «Vertreibung» Unrecht?

Die Umsiedlungsbeschlüsse des Potsdamer Abkommens und ihre Umsetzung in ihrem völkerrechtlichen und historischen Kontext

Edited By Christoph Koch

Vor dem Hintergrund der in der Bundesrepublik anhaltenden Unrechtsdebatte diskutieren die Beiträge des Sammelbandes die völkerrechtliche Zulässigkeit und die historischen Auswirkungen der Beschlüsse des Potsdamer Abkommens vom 2.8.1945. Darin wurde die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung in denjenigen Teilen des untergegangenen Reiches vereinbart, die Nachkriegsdeutschland nach den Bestimmungen des Abkommens nicht mehr angehörten. Die Aussiedlungsbeschlüsse betrafen überdies Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit in den vom Dritten Reich okkupierten Ländern. Die Autoren kommen in der Einschätzung dieser Ereignisse zu unterschiedlichen Ergebnissen. Der Sammelband ist daher nicht zuletzt ein Zeitzeugnis der gesellschaftlichen Aneignung des Gegenstands in den von dem Geschehen betroffenen Ländern.
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„Vertreibung“ oder „Zwangsumsiedlung“? Die deutsch-polnische Auseinandersetzung um Termini, das Gedächtnis und den Zweck der Erinnerungspolitik: Robert Traba, Robert Żurek:

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Robert Traba, Robert Żurek

Die deutsch-polnische Aussöhnung wurde im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre zu einem Musterbeispiel der Lösung von Konflikten, die über Jahrzehnte zwischen zwei Nachbarländern entstanden sind. Der Brief der polnischen Bischöfe aus dem Jahr 1965 sowie der Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Denkmal für die Helden des Warschauer Ghetto-Aufstandes von 1970 fanden Eingang in den Kanon der Allgemeinbildung und wurden zum Symbol für die Überwindung der Tragödie des 20. Jahrhunderts. Historiker, die Mitglieder der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission sind, werden nach Japan, Südkorea oder in die Balkanländer eingeladen, um über dieses Phänomen zu berichten. Dies geschieht trotz der Tatsache, daß einige historische, gemeinsam erfahrene Ereignisse, im kulturellen Gedächtnis der Polen und Deutschen bis heute diametral unterschiedlich beschrieben und interpretiert werden. Auf verschiedenen Ebenen der gegenseitigen Beziehungen werden viele Versuche unternommen, die nicht so sehr eine „gemeinsame Erinnerung“, sondern die gegenseitige Akzeptanz für unterschiedliche Interpretationen der Vergangenheit zum Ziel haben.

Das Ende des Jahres 2010 steht in Zusammenhang mit einigen wichtigen Ereignissen, die für die politischen Strategien Deutschlands und Polens in Bezug auf Geschichte und Erinnerung an die Vergangenheit von Bedeutung waren. In bilateralem/grenzüberschreitendem Sinn zählt die Vorstellung von Empfehlungen hinsichtlich des deutsch-polnischen Schulbuchs für den Geschichtsunterricht zu den wichtigsten Ereignissen (1. Dezember). Damit wurde die erste Etappe eines europaweit einmaligen Projektes abgeschlossen, dessen Urheber die Außenminister Deutschlands und Polens waren (2007). Die Koordination übernahmen das...

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