Show Less
Restricted access

Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers

Ein Beitrag zur chinesischen Porträtmalerei im 18. Jahrhundert

Series:

Annette Bügener

Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers stellt die erste umfassende Dokumentation und Analyse eines in der chinesischen Kunstgeschichte zahlenmäßig absolut einmaligen, nicht mehr übertroffenen Bildprogramms dar. Hiermit wird erstmals eine systematisch vergleichende Arbeit über das Genre des Porträts verdienter Untertanen ( gongchenxiang bzw. gongchentu), womit in diesem Falle spezifisch Offiziersporträts gemeint sind, im 18. Jahrhundert vorgelegt. Bilder dieses Typs des verewigten Helden wurden – zumindest bis in die jüngste Vergangenheit – nicht ernsthaft als Kunstwerke betrachtet. Die Untersuchung behandelt in vier Themenkomplexen Tradition, Kontext der Werkgenese, Bildaufbau einschließlich Format- und Serienversionen sowie Funktion dieser außergewöhnlichen Bildgattung. Ein ausführlicher Werkkatalog und Tabellen im Anhang sowie ein separater Abbildungsteil auf der beiliegenden CD ergänzen die Studie.
Show Summary Details
Restricted access

3. Werkgenese und der dazugehörige Personenkreis

Extract

Die Qianlong-Ära (1736-1795)257 gilt in vielerlei Hinsicht als eine Epoche der Superlative im China der Qing-Dynastie. Denn das chinesische Reich erlangte unter Hongli 弘歷 (1711-1799, postum: Gaozong 高宗) mit der Regierungsdevise qianlong 乾隆 die größte territoriale Ausdehnung seiner gesamten Geschichte (Abb. 71).258 Aufgrund relativen Friedens, innerer Stabilität und wirtschaftlicher Blüte verdoppelte sich die Bevölkerung im Verlauf des 18. Jahrhunderts.259 Der Kaiser selbst ragt nicht nur durch seine lange Regierungszeit hervor;260 er erreichte zudem auch ein für damalige Verhältnisse erstaunlich hohes Alter von 89 Jahren. Damit ist er der Langlebigste aller chinesischen Herrscher.261 Er selbst gefiel sich als Potentat besonders in der Rolle des Feldherrn einerseits und obersten Verwalters und Beschützers seines Imperiums andererseits. Um seine Macht zu konsolidieren, unternahm Qianlong in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrere ← 73 | 74 →zumeist siegreiche Feldzüge in Ostturkestan (Xinjiang), Jinchuan (Sichuan), Taiwan, Birma (Myanmar), Annam (Vietnam) und Nepal. Dabei setzte er die bereits unter seinem Großvater Kangxi begonnene Expansionspolitik vor allem im Westen und Südwesten des Qing-Territoriums fort. Außerdem führte er – ebenfalls in der Nachfolge seines Großvaters – zwischen 1751 und 1784 sechs Inspektionsreisen in die alten Kulturregionen im Süden des Reiches durch.262 Das Jiangnan-Gebiet galt schon seit Jahrhunderten als wichtige Kornkammer, die die rasant wachsende Bevölkerung des Riesenreiches versorgen musste. Dammbauprojekte zur Flussregulierung des Huanghe und des Huai sowie erhebliche Steuererleichterungen und ein ausgeklügeltes Belohnungssystem führten zu einer erstaunlichen landwirtschaftlichen Entwicklung.263 Als Resümee...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.