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Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers

Ein Beitrag zur chinesischen Porträtmalerei im 18. Jahrhundert

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Annette Bügener

Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers stellt die erste umfassende Dokumentation und Analyse eines in der chinesischen Kunstgeschichte zahlenmäßig absolut einmaligen, nicht mehr übertroffenen Bildprogramms dar. Hiermit wird erstmals eine systematisch vergleichende Arbeit über das Genre des Porträts verdienter Untertanen ( gongchenxiang bzw. gongchentu), womit in diesem Falle spezifisch Offiziersporträts gemeint sind, im 18. Jahrhundert vorgelegt. Bilder dieses Typs des verewigten Helden wurden – zumindest bis in die jüngste Vergangenheit – nicht ernsthaft als Kunstwerke betrachtet. Die Untersuchung behandelt in vier Themenkomplexen Tradition, Kontext der Werkgenese, Bildaufbau einschließlich Format- und Serienversionen sowie Funktion dieser außergewöhnlichen Bildgattung. Ein ausführlicher Werkkatalog und Tabellen im Anhang sowie ein separater Abbildungsteil auf der beiliegenden CD ergänzen die Studie.
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6. Schluss

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Ziel dieser Untersuchung war es, sowohl die historische bzw. kunsthistorische, als auch die religiöse bzw. rituelle Dimension des Offiziersporträts (gongchenxiang 功臣像) im China des 18. Jahrhunderts aufzuzeigen. Dabei wurde durch die dokumentarische und analytische Präsentation dieses spezifischen Bildnistyps seine besondere Rolle in der Regierungszeit des Qianlong-Kaisers herausgearbeitet. Nicht von ungefähr hat die Kritik am hybriden Malstil lange Zeit die Erforschung der qing-zeitlichen Hofmalerei durch Fachwissenschaftler verhindert.991 Tatsächlich wurde diese den Malern auf kaiserlichen Befehl aufgezwungene künstliche Synthese bereits von zeitgenössischen Literatenmalern verachtet. Sie betrachteten den „Realismus“ als bloßes Kunsthandwerk, dem wahre Eleganz fehle; hier ist insbesondere auf die Äußerungen des Zou Yigui 鄒一桂 (1686-1772) zu verweisen.992 Tatsächlich hat dieser typisch dekorative Stil die Qianlong-Zeit kaum überdauert. Umso wichtiger war es daher, im Rahmen dieser Abhandlung die historische Einzigartigkeit dieses Porträtgenres durch eine differenzierte Betrachtung anhand von vier Themenschwerpunkten (Tradition, Werkgenese, Bildprogramm und Funktion) zu analysieren. So hat die vorliegende Studie die Bedeutung des Porträts vor allem als Kultbild im Rahmen des Ahnen- und Herrscherkults in China in vielfältiger Hinsicht untermauern können.

Ein entscheidendes Kriterium war dabei der interdisziplinäre Forschungsansatz, ohne den diese Arbeit nicht den wissenschaftlichen Tiefgang erfahren hätte. Typologische Vergleiche, vor allem aus der europäischen Kunstgeschichte, wurden bewusst gewählt, um zu zeigen, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede im Kunstschaffen der Völker gibt, ganz zu schweigen von grundsätzlichen, wenn nicht sogar existenziellen Fragen menschlichen Daseins. Eine unterschiedliche Ästhetik bedingt...

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