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Mechanismen der Trivialliteratur

Zur Wirkungsweise massenhaft verbreiteter Unterhaltungslektüre

Wolfgang Beutin

In einer Untersuchung von etwa 170 Romanen und Novellen der Trivialliteratur aus der Zeit von 1849 bis 1945 werden die «Mechanismen» dieser Texte aufgezeigt. Die herangezogenen Werkgruppen sind: der Liebesroman, der Frauenroman, der historische Roman, der Gesellschaftsroman, der Abenteuerroman, der Bergroman und der biographische Roman. Die unterschiedlichen Romantypen weisen auf verschiedene Elemente in der Textur zurück – es wird analysiert, wie diese «Mechanismen» die Schriften an das Interesse des Publikums banden und die Inhalte mit der gesellschaftlichen Psychologie und der Ideologie der Lesenden verknüpften.
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Bergroman

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Berg als Naturgewalt oder als Kulisse

In historischen Romanen haben die Verfasserinnen und Verfasser keine andere Wahl: Ihnen müssen tatsächliche oder fiktive antike oder mittelalterliche Städte und Territorien als Schauplätze ihrer Erzählungen dienen. In Abenteuerromanen lokalisieren sie das Geschehen auf außereuropäischen Kontinenten und in mehr oder minder weit entfernten – exotischen – Ländern. In Gesellschafts-, Zeit- und politischen Romanen siedeln sie ihre Figuren in den großen Städten des Reichs an, sonst in mittleren und kleinen, in einem Industrierevier oder selbst auch in agrarisch geprägten Regionen, und sie wechseln dabei je nach den Erfordernissen der Handlungsführung zwischen allen diesen Lokalitäten hin und her; Reisen ins Ausland einkalkuliert. Nicht selten nutzen sie einen bestimmten geographischen Bezirk, der allerlei spezifische Eigenarten aufweist und den sie als Hintergrund verwenden, vor dem sie ihre Personen agieren lassen: die Küstenlandschaften mit ihren vorgelagerten Inseln, die Heide – garantiert mit Auftritten für Schafherden samt Schäfer – und, am meisten beliebt, das Gebirge, darunter die Alpen mit dem bayerischen, österreichischen und schweizerischen Anteil. Manchmal die Mittelgebirge wie Harz oder Thüringer Wald.

Vor allem die Existenz der Alpen führte in der Literaturgeschichte zur Abgrenzung eines besonderen Genres, des „Bergromans“, von den übrigen Gattungen. Wie z. B. der Frauenroman oft an der Titelgebung erkennbar ist – gern ein beliebter oder modischer Vorname: „Ursula, Renate, Angelika …“ –, avisieren auch die Autorinnen und Autoren des Bergromans das Genre, in welchem sie sich bewegen werden,...

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