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Modernismus als theologischer Historismus

Ansätze zu seiner Überwindung im Frühwerk Maurice Blondels- 2., überarbeitete Auflage

Gerhard Larcher

Die Arbeit versteht sich als theologiegeschichtliche Untersuchung in systematischer Absicht. Innerhalb der Blondel- und Modernismusforschung erfüllt sie die spezielle Aufgabe, jenen Stellungnahmen und Korrespondenzen Maurice Blondels rund um die «question biblique» nachzugehen, die wissenschaftstheoretisch und theologisch das Geschichtsproblem betreffen. Darüber hinaus wird versucht, alle einschlägigen Hinweise, die Blondels sonstiges philosophisches und apologetisches Frühwerk bereithält, in ihrer weitreichenden Aktualität, besonders zum Thema «Historische Vernunft und Glaube» und zum Traditionsbegriff systematisch zu entfalten.
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2.2.3. Der Briefwechsel mit F. von Hügel

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(203)

An seinen Freund von Hügel hatte Blondel schon am 11.1.1903, also noch vor der Anfang Februar begonnenen Auseinandersetzung mit Loisy eine Kurzzusammenfassung seiner kritischen Beurteilung von „L’Evangile et l’Eglise“ geschickt (204). In vier Punkten hatte Blondel damals seine Stellungnahme zusammengefasst:

Als erstes kritisierte er, wie gegenüber Wehrlé und Bremond, einen Standpunkt der voraussetzungs- und konsequenzenlosen Autonomie der Historie mit all den damit verbundenen Gefahren des Naturalismus und eines Rückfalles in eine Art steriler scholastischer Bereichs- und Wissenschaftstrennung. Von da aus sei nicht mehr zu sehen, wie Metaphysik, Theologie und Dogma noch eingeholt werden könnten. Über die Art und Weise der Methodenoffenheit und der Vermittlungsmöglichkeiten äußerte sich Blondel von Hügel gegenüber noch kaum. Aus dem Brief an Wehrlé vom 6.1. wissen wir aber, dass es Blondel vor dem Zugewinn an Reflexion durch die Korrespondenz mit Loisy zunächst um die Übertragung seines Modells der Immanenzmethode aus der „Lettre“ in den Bereich einer apologetisch orientierten Geschichtserkenntnis ging. Erst allmählich arbeitete er dann im Laufe Februar und März in der Diskussion mit Loisy den transzendentalen Ansatz der Immanenzmethode in den hermeneutischen Erfahrungsgang der Tradition ein, wiewohl Andeutungen in Richtung dieses Erkenntnisweges natürlich schon von früher her vorhanden waren. Als weitere Kritikpunkte hatte Blondel die gleichfalls früher schon aufgeworfenen Anfragen zur Naherwartung bei Jesus und in der frühen Kirche sowie zum Problem des Selbstbewusstseins Jesu in seiner christologischen Tragweite aufgeführt (205).

Von...

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