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Entlehnung oder Codeswitching?

Sprachmischungen mit dem Englischen im deutschen Printjournalismus

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Sebastian Knospe

Diese Arbeit befasst sich mit den Formen und Funktionen von Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen der Gegenwart. Als Datengrundlage dient ein synchrones Pressekorpus aus 52 Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das seit den 1960ern immer wieder zu Untersuchungen zum deutsch-englischen Kontakt herangezogen worden ist. Zentrale These ist dabei, dass den journalistischen Sprachgebrauch neben etablierten lexikalischen Entlehnungen (Anglizismen) heute verstärkt auch Ad hoc-Wechsel zwischen beiden Sprachen (Codeswitches) prägen. Die Studie entwirft daher ein integratives kontaktlinguistisches Modell, das die Komplexität beider Erscheinungen der Sprachmischung aufzeigt und verdeutlicht, wie diese morphosyntaktisch integriert sowie wortbildend eingesetzt werden. Zugleich wird das besondere diskursive Potential herausgestellt, das aus der strukturellen Verwandtschaft zwischen dem Englischen und dem Deutschen erwächst.
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1 Einleitung

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1Einleitung

1.1Anlage und Zielsetzung der Arbeit

Um den komplexen kommunikativen Anforderungen im Zeitalter von Globalisierung und europäischer Einigung gerecht zu werden, benötigen Sprecher1 neben den Kompetenzen, über die sie in ihrer Erstsprache verfügen, auch grundlegende Kenntnisse in wenigstens einer weiteren Sprache (vgl. Genesee 2004: 547). Eine besonders herausgehobene Bedeutung kommt dabei heute dem Englischen zu, das daher zugleich als eine wichtige Kontaktsprache fungiert, die in vielfältige Formen der Sprachmischung eingebunden ist (vgl. Kachru 1992: 214, Treffers-Daller 1994: 29, Koll-Stobbe 2000: 56-64, Winford 2003: 1 ff., Földes 2005: 68 ff.).

Die vorliegende Arbeit sucht dies zu verdeutlichen, indem sie exemplarisch den Gegenwarts-Kontakt zwischen dem Englischen und dem Deutschen in den Blick rückt. In der Vielzahl der schon vorliegenden Studien, die ihr Augenmerk auf den Transfer zwischen dieser Spendersprache und dieser oder anderen Empfängersprachen2 richten, stehen meist etablierte Wortübernahmen, die auch als Anglizismen bezeichnet werden, im Mittelpunkt. Im Unterschied dazu liegt dieser Untersuchung die These zugrunde, dass solche habituell gebrauchten Entlehnungen und deren Folgeprodukte zwar durchaus weiterhin überwiegen, aber nur einen Teil des Spektrums der Interaktion mit dem Englischen beschreiben. Anders ausgedrückt, wird also postuliert, dass sich heute in verschiedenen Kommunikationsbereichen darüber hinaus verstärkt auch Phänomene der Sprachmischung manifestieren, die eher ephemerer Natur sind (vgl. Busse/Görlach 2002: 13 f. und Androutsopoulos 2003: 3). Damit sind zuvörderst Formen eines situativen Codeswitching zwischen dem Deutschen und dem Englischen gemeint.3 ← 19 | 20 →

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