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Entlehnung oder Codeswitching?

Sprachmischungen mit dem Englischen im deutschen Printjournalismus

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Sebastian Knospe

Diese Arbeit befasst sich mit den Formen und Funktionen von Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen der Gegenwart. Als Datengrundlage dient ein synchrones Pressekorpus aus 52 Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das seit den 1960ern immer wieder zu Untersuchungen zum deutsch-englischen Kontakt herangezogen worden ist. Zentrale These ist dabei, dass den journalistischen Sprachgebrauch neben etablierten lexikalischen Entlehnungen (Anglizismen) heute verstärkt auch Ad hoc-Wechsel zwischen beiden Sprachen (Codeswitches) prägen. Die Studie entwirft daher ein integratives kontaktlinguistisches Modell, das die Komplexität beider Erscheinungen der Sprachmischung aufzeigt und verdeutlicht, wie diese morphosyntaktisch integriert sowie wortbildend eingesetzt werden. Zugleich wird das besondere diskursive Potential herausgestellt, das aus der strukturellen Verwandtschaft zwischen dem Englischen und dem Deutschen erwächst.
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C. Funktionen von Insertionen

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C.Funktionen von Insertionen

6.12Motive für den Gebrauch von Insertionen

6.12.1Vorbemerkungen

Angesichts eines stark wettbewerbsgeprägten Medienmarkts neigen Journalisten dazu, in einer für die Massenmedien typischen „Funktionalisierung und Instrumentalisierung von […] Sprachgebrauch“ (Koll-Stobbe 2009: 40) Ausdrucksmittel zu nutzen, die das Potential haben, die Aufmerksamkeit ihrer Leser zu binden. Eine Strategie kann hierbei darin bestehen, sich gezielt intra- und interlinguale Variationen zunutze zu machen, die durch ihre stilistische Markiertheit und/oder formale Merkmale besonders hervorstechen. Koll-Stobbe (2000: 57-59) zufolge verändern Ad hoc-Einspeisungen aus anderen Sprachen und darauf basierende Wortbildungen im Gegensatz zu bereits institutionalisierten Lehnwörtern vor allem die interaktive Ebene der Kommunikation. Sie modifizieren mithin, solange sie noch nicht usualisiert sind, weniger die bezeichnungsorientierte oder transaktive Achse des Was als das Wie der Kommunikation, was ein generelles Kennzeichen des situativ-modifizierenden Sprachgebrauchs ist (s. auch Kap. 2.3.1).

Um dies genauer erfassen zu können, sollen die folgenden Betrachtungen jeweils stets im konkreten Textzusammenhang erfolgen. In diesem Rahmen wird – unter Aufgriff von Konzeptionen von Bakhtin (1986) – die soeben skizzierte Grobklassifikation von transaktiven im Unterschied zu besonderen stilistischen Funktionen von Insertionen weiter auszudifferenzieren sein, wobei ihre mögliche Multifunktionalität in mehrdimensionalen Texten miteinkalkuliert werden muss (vgl. dazu schon Scheler 1977: 86 und Yang 1990: 119). Außerdem soll auf die Art der Nutzung von flags geachtet werden. Meine These ist, dass in einem Magazin wie Der Spiegel ergänzend zu formalen Hervorhebungen vor allem deutsche Erläuterungszusätze eine wichtige flagging-Strategie bilden. Sie werden...

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