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Entlehnung oder Codeswitching?

Sprachmischungen mit dem Englischen im deutschen Printjournalismus

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Sebastian Knospe

Diese Arbeit befasst sich mit den Formen und Funktionen von Sprachmischungen zwischen dem Englischen und dem Deutschen der Gegenwart. Als Datengrundlage dient ein synchrones Pressekorpus aus 52 Ausgaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das seit den 1960ern immer wieder zu Untersuchungen zum deutsch-englischen Kontakt herangezogen worden ist. Zentrale These ist dabei, dass den journalistischen Sprachgebrauch neben etablierten lexikalischen Entlehnungen (Anglizismen) heute verstärkt auch Ad hoc-Wechsel zwischen beiden Sprachen (Codeswitches) prägen. Die Studie entwirft daher ein integratives kontaktlinguistisches Modell, das die Komplexität beider Erscheinungen der Sprachmischung aufzeigt und verdeutlicht, wie diese morphosyntaktisch integriert sowie wortbildend eingesetzt werden. Zugleich wird das besondere diskursive Potential herausgestellt, das aus der strukturellen Verwandtschaft zwischen dem Englischen und dem Deutschen erwächst.
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8 Kongruente Lexikalisierungen

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8Kongruente Lexikalisierungen

Mit den kongruenten Lexikalisierungen soll nun die dritte und letzte der in Muyskens (2000) Modell versammelten Kategorien des Sprachkontakts auf ihr Vorkommen im Spiegel betrachtet werden. Wie Muysken (2000: 28) betont, besitzen die Vertreter dieser Phänomenklasse ein besonderes Potential, denn je nach Ausprägung der Kongruenz gestatten sie u.U. ein relativ freies Jonglieren mit den beteiligten Kodes. Der Autor bringt dies auf die griffige Formel „Basically anything goes in congruent lexicalization“ (Muysken 2000: 128).

8.1Generelle Charakterisierung der Phänomenklasse

Bevor auf entsprechende Daten im Spiegel-Korpus geblickt werden kann, soll die Phänomenklasse noch einmal genauer in Muyskens (2000: 122-153) Modell verortet werden.

Während sich die Matrixsprache bei Insertionen für Elemente der anderen Sprache öffnet und bei Alternationen wechselt (vgl. Muysken 2000: 7 f.), fußen kongruente Lexikalisierungen auf einer geteilten oder unspezifizierten Matrixsprache. Wie in Kap. 4.5.2.3 angedeutet, vermögen sie sich unter verschiedenen Voraussetzungen einzustellen – und zwar abhängig vom Grad der Verwandtschaft der Sprachen, dem soziolinguistischen Setting, aber auch von den Sprachkompetenzen der jeweiligen Sprecher in beiden Kodes (vgl. Muysken 2000: 4, 123):

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