Show Less
Restricted access

HeldenGeschlechtNarrationen

Gender, Intersektionalität und Transformation im Nibelungenlied und in Nibelungen-Adaptionen

Series:

Susanne Schul

Das Nibelungenlied zählt zu den bekanntesten Texten des Mittelalters. Seine Bedeutung für die europäische Heldenepik spiegelt sich auch in den vielfältigen Adaptionen wider, die den Stoff bis heute in Erinnerung halten. Die Studie geht dieser andauernden Faszination nach und fragt aus einer medienkomparativen Perspektive, wie sich gender- und narrationsspezifische Darstellungsformen gegenseitig beeinflussen. Hierfür werden dem Epos drei Adaptionen aus Drama, Film und Fernsehtheater aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert gegenübergestellt. Die Studie bezieht theoretische Debatten der Gender Studies, Narratologie und Intersektionalität mit ein. Die Geschlechterentwürfe eröffnen subversives Potential, entwerfen neue Handlungsspielräume und lassen typisierte Muster der Geschlechterdifferenz brüchig werden.
Show Summary Details
Restricted access

2. Genderfokus: Eine medienkomparative Analyse von ‚Geschlecht‘, Intersektionalität und Narration

Extract

← 36 | 37 → 2 Genderfokus: Eine medienkomparative Analyse von ‚Geschlecht‘, Intersektionalität und Narration

Die folgende theoretische und methodische Verortung wird unter dem übergeordneten Begriff Genderfokus zusammengefasst, der als Terminus der geometrischen Optik auf eine Bündelung einzelner einfallender Strahlen bzw. in diesem Zusammenhang auf die Bündelung verschiedener Konstruktions- und Kontextualisierungsbedingungen der Kategorie ‚Geschlecht‘ verweist. Mediale Genderkonstruktionen werden als mehrdeutige und relationale Prozesse untersucht, die zum einen in ihrer jeweiligen Spezifik zu betrachten sind, die zum anderen aber erst im Vergleich mehrerer medialer Bearbeitungen ihr vielfältiges Spektrum ‚sichtbar‘ machen. Der Genderfokus bietet somit – um im Bild der Brennlinse zu bleiben – die Möglichkeit, eine Betrachtung und analytische Anwendung der Kategorie ‚Geschlecht‘ auf mehr als einer Ebene ‚scharf‘ zu stellen, denn sie ist „durch besondere soziale, rechtliche, […] ökonomische, [kulturelle und mediale] Bedingungen geformt und form[t] diese gleichzeitig [mit].“1 Es ergeben sich demzufolge mehrfache Überlagerungen mit weiteren, selbst bereits Differenz markierenden Kategorien wie Stand, Herkunft, Nation, Klasse, Religion, Alter, Raum und Ethnizität, so dass eine intersektionale Perspektivierung in dieser Untersuchung unumgänglich erscheint. Diese mehrfache Kreuzungen von Untersuchungsgegenständen, Untersuchungsebenen und Untersuchungskategorien machen ein mehrfaches ‚Scharfstellen‘ erforderlich, da in einer monoperspektivischen Ausrichtung die spezifischen Wechselbezüge der Geschlechterentwürfe mit weiteren Faktoren unberücksichtigt bleiben.2 Die theoretische und methodische Verortung gliedert sich im Folgenden in drei Teile, die jeweils ausgewählte Bezugspunkte durch ein begriffliches Kompositum mit der Kategorie gender herausgreifen.3 Der erste Bereich der Genderkonstruktionen ordnet die folgenden Untersuchungen in die aktuellen Forschungsdebatten der Gender...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.