Show Less
Restricted access

Grammatische Untersuchungen zur Sprachkompetenz Karls V. und Ferdinands I. anhand der Familienkorrespondenz Ferdinands I.

Series:

Bernadette Hofinger

Die Familienkorrespondenz Ferdinands I. gilt als besonders reichhaltige Quelle für die Erforschung der politischen Geschichte der Frühen Neuzeit. Liegt das Hauptinteresse an ihr naturgemäß im Hinblick auf einen geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt, so hält sie aber auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht einen reichhaltigen Fundus an höchst interessantem Datenmaterial bereit. Dieser reicht von Aspekten frühneuzeitlicher Fremdsprachenkompetenz über Sprachinterferenzen bei vorhandener Mehrsprachigkeit bis hin zu Fragen des Sprachwandels und seiner grammatiktheoretischen Implikationen. Mittels einer umfangreichen linguistischen Auswertung des vorhandenen Datenmaterials werden diese Themenbereiche sowohl synchron als auch diachron genauer untersucht und analysiert.
Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

Extract



Die mit der Publikation des ersten Bandes im Jahre 1912 von Wilhelm Bauer und Robert Lacroix begonnene, und mit mehr oder weniger langen Unterbrechungen fortgeführte, mittlerweile 4 Bände umfassende Edition der Korrespondenz Ferdinands I. mit seinen engeren Familienmitgliedern Karl V. und Maria von Ungarn erfuhr im Juni 2005 unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Christopher F. Laferl ihre Wiederaufnahme an der Universität Salzburg im Rahmen eines vom FWF geförderten Projektes. Die Familienkorrespondenz gilt, dank ihrer Fülle an Informationen zu den zentralen Themen habsburgischer Reichspolitik, als eine außerordentlich reichhaltige Quelle für die Erforschung der politischen Geschichte der Frühen Neuzeit.

Liegt das Hauptinteresse an ihr naturgemäß im Hinblick auf einen geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt, so hält sie aber auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht einen – wenngleich bislang kaum beachteten – reichhaltigen Fundus an höchst interessantem Datenmaterial bereit. Die editorische Bearbeitung der im Original vorliegenden Brieftexte, an der ich selbst von Dezember 2006 bis Februar 2009 mitwirken durfte, ließ aus romanistischer Sicht sehr rasch ihren linguistischen Quellenwert erkennen. Dieser liegt zum einen in der unterschiedlichen sprachlichen Prägung der Korrespondenzpartner und dem Gebrauch von gleich mehreren Korrespondenzsprachen. Der linguistische Wert der Korrespondenz ergibt sich aber auch aus der Art der Überlieferung der Sprachdaten – die vorliegenden Brieftexte dienten in dieser Zeit ausschließlich einem möglichst raschen Informationsaustausch und sind mit Ausnahme weniger formalisierter Anrede- bzw. Schlussfloskeln von keiner besonderen sprachlichen und formalen Ästhetik. Sie gewährleisten dadurch eine linguistische Authentizität, die f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.