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Neue Ansätze, Analysen und Lesarten der phantastischen Literatur

Typische und atypische Repräsentationen - Frauen und phantastische Literatur - Einblick in die phantastische Stadtliteratur Wiens

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Karin Angela Rainer

Dieses Buch bietet neue Ansätze und einen umfassenden Überblick über das vielfältige Gebiet der phantastischen Literatur und ihrer benachbarten Bereiche. Im einführenden theoretischen Teil werden eine historische Darstellung sowie eine kritische Betrachtung verschiedener Theoriegebäude präsentiert. Im Sinne einer Wortfeldbestimmung werden verwandte Gattungen abgrenzend klassifiziert sowie der zwiespältige Konnex zu Buchhandel und Leserschaft behandelt. Der genuine Konflikt zwischen dem literarisierten Realitätsniveau und dem Phantastischen wird umrissen und an konkreten Fallbeispielen aufgearbeitet. In zwei eigenständigen Abschnitten beschäftigt sich die Autorin mit den Teilaspekten einer weiblichen phantastischen Literatur sowie mit Einblicken in die phantastische Stadtliteratur Wiens.
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7 Frauen und die phantastische Literatur

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Die Beziehung von Frauen und phantastischer Literatur kann als grundsätzlich multifaktoriell bezeichnet werden. Im Vorfeld muss natürlich unterschieden werden, ob nun Frauen als Protagonistinnen in phantastischen Texten vorkommen, ob sie als Leserinnen rezipieren oder ob sie als Autorinnen solcher Werke betrachtet zu Tage treten. Hier soll primär der letzte Punkt betrachtet werden, da sich mit dieser Thematik bislang kaum ein wissenschaftliches Werk eingehender beschäftigt hat, und daher dieser Nachholbedarf zumindest ansatzweise befriedigt werden soll.

Auch bezüglich des eingangs schon erwähnten großen Ungleichgewichts zwischen männlichen Autoren und weiblichen Verfasserinnen dieser Gattung, die alleine nach einer oberflächlichen Sichtung einschlägiger Lexika zu konstatieren ist, erweist sich dieses Gebiet und die damit zusammenhängenden Perspektiven als eines näheren Blickes wert. Die Bedeutung, die Literatur, und hier insbesondere die des allgemein phantastischen Formenkreises sowie der phantastischen Literatur im engeren Sinn für Autorinnen besitzt, kann als außergewöhnlich und ganz spezifisch gesehen werden.

Für die Werke der zeitgenössischen österreichischen und britischen Autorinnen [i. s. Barbara Frischmuth, Angela Carter, Lilian Faschinger, Jeanette Winterson] erweist sich der sehr offene Begriff der fantastischen Schreibweise als geeignet, um ihre selbstverständlich divergierende ästhetische Praxis und ihr feministisches Interesse aufzuzeigen. Die fantastische Schreibweise gibt den Autorinnen die Möglichkeit, Grenzen zu verschieben, Strukturen aufzubrechen und durch Veränderung bestehender Gattungen die Literaturtradition in Frage zu stellen.594

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