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Repräsentationen des Ethischen

Festschrift für Joanna Jabłkowska- Herausgegeben von Kalina Kupczyńska und Artur Pełka

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Edited By Kalina Kupczynska and Artur Pelka

Im Mittelpunkt dieser Festschrift für Professorin Joanna Jabłkowska stehen Fragen, die im Zusammenhang mit dem kulturwissenschaftlichen ethical turn in der rezenten literaturwissenschaftlichen Forschung diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ethik und Literatur wird sowohl theoretisch erfasst als auch in zahlreichen Einzelanalysen literarischer Werke diskutiert. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wird ergänzt durch philosophische und politische Betrachtungsweisen.
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„Mit Pflicht, nicht mit Lust!“ – oder doch nicht?!? Überlegungen zur ‚Protestantischen Ethik‘ Max Webers am Lodzer Beispiel.

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Frank M. Schuster

1. Ausgangspunkte

Die antiken Historiker pflegten ihre Geschichten mit einer kurzen autobiographischen Vorrede einzuleiten – als ob sie den Leser unverzüglich über ihren Standort in der Zeit und Gesellschaft in Kenntnis setzen wollten, jenen archimedischen Punkt, von dem sie alsdann aufbrachen die Vergangenheit zu durchstreifen.1

Ihrem Beispiel folgend, möchte auch ich mich, in der Nachfolge Siegfried Kracauers von dem dieses Zitat stammt, zu einer persönlichen Eröffnung dieses Beitrags entscheiden. Freilich soll es dabei weniger um mich gehen, obwohl mir als einem nicht in Deutschland geborenen lutherischen Protestanten (A.B.), die Thematik des Protestantismus – insbesondere des Diaspora-Protestantismus – nicht nur wissenschaftlich, sondern auch biographisch vertraut ist. Auch dass die ehemals multikulturelle Textilindustriemetropole Lodz2 und nicht eine andere Stadt– Wien beispielsweise3 – als Beispiel dienen soll, liegt ebenfalls nicht vorrangig daran, dass ich seit über einem Jahrzehnt in dieser Stadt lebe und mich ausgiebig mit ihrer Geschichte beschäftigt habe. Den Ausschlag meiner Überlegungen zur ‚Protestantischen Ethik‘ Max Webers, die schon bei meiner Beschäftigung mit der (nicht nur) Lodzer Stadtgeschichte eine Rolle spielten, in dieser Festschrift für Joanna Jabłkowska zu überdenken und zu Papier zu bringen, gab die Jubilarin durch ihre Biographie und ihr Selbstverständnis selbst. Joanna ← 111 | 112 → Jabłkowska ist nicht nur in Łódz geboren und in der Stadt aufgewachsen, als diese noch eine – sozialistische – Industriestadt war, sondern hat sich auch für ihre Besonderheiten und ihre im 19. Jahrhundert von deutschen, jüdischen und...

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