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Repräsentationen des Ethischen

Festschrift für Joanna Jabłkowska- Herausgegeben von Kalina Kupczyńska und Artur Pełka

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Kalina Kupczynska and Artur Pelka

Im Mittelpunkt dieser Festschrift für Professorin Joanna Jabłkowska stehen Fragen, die im Zusammenhang mit dem kulturwissenschaftlichen ethical turn in der rezenten literaturwissenschaftlichen Forschung diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ethik und Literatur wird sowohl theoretisch erfasst als auch in zahlreichen Einzelanalysen literarischer Werke diskutiert. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wird ergänzt durch philosophische und politische Betrachtungsweisen.
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Handke. Steiner – Unterwegs zur Poetik des Ursprungs

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Czesław Płusa

Die Menschen (sagt eine alte griechische Sentenz) werden von den Meinungen gequält, die sie von den Dingen hegen, und nicht von den Dingen selbst.1

Die vorliegende Untersuchung folgt dem Wunsch, einige Aspekte aus Handkes Werk herauszugreifen, die sich als Resonanzboden der „Krisis des europäischen Menschentums“2 klar genug erweisen und deren Atmosphäre George Steiner unübertrefflich zum Ausdruck bringt. Und zwar ist die moderne Geschichte und Gesellschaft – wie Steiner es konzediert – durch „individuelle Anomie“ und „die kollektiven Torheiten“ gekennzeichnet.3 Was haben Steiner und Handke, auf den ersten Blick gemeinsam? Die beiden verweisen auf die sprachphilosophische Abschattung dieser Krisis.

Niemandem entgeht, dass es sich im Motto um jenen Ästhetikausgriff und jene Erkenntniskompetenz handelt, die ungezweifelt bei Peter Handke und George Steiner haltbare Gestalt gewinnen. So wie Montaigne die Meinungen sprengen wollte, um die Dinge selbst zu entdecken, ist auch bei Handke ein Interesse daran sichtbar, von ästhetischer Warte aus Einsprüche gegen die selbstverständlich scheinenden Erscheinungsformen der kollektiven Meinungsbildung zu erheben. In Handkes eigenen Worten: „Ich erwarte von der Literatur ein Zerbrechen aller endgültig scheinenden Weltbilder“4.

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