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Repräsentationen des Ethischen

Festschrift für Joanna Jabłkowska- Herausgegeben von Kalina Kupczyńska und Artur Pełka

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Kalina Kupczynska and Artur Pelka

Im Mittelpunkt dieser Festschrift für Professorin Joanna Jabłkowska stehen Fragen, die im Zusammenhang mit dem kulturwissenschaftlichen ethical turn in der rezenten literaturwissenschaftlichen Forschung diskutiert werden. Der Zusammenhang zwischen Ethik und Literatur wird sowohl theoretisch erfasst als auch in zahlreichen Einzelanalysen literarischer Werke diskutiert. Die literaturwissenschaftliche Perspektive wird ergänzt durch philosophische und politische Betrachtungsweisen.
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„Zwei Rechte gab es, zwei Gesichter der Wahrheit…“ Zur Problematik des Nationalismus und der Heimatliebe in Julian Tuwims Versepos Kwiaty polskie

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Maria Kłanska

Der polnische Dichter jüdischer Herkunft Julian Tuwim (1894-1953), einer der Begründer der Skamander-Gruppe, der in der Zwischenkriegszeit Ruhm als Lyriker erlangte, sah sich 1939 gezwungen, vor den Deutschen zu fliehen, und gelangte 1940 nach Rio de Janeiro und dann 1941 nach New York. Im Exil verfasste er in den Jahren 1940-1944 das Epos Kwiaty polskie (Polnische Blumen), das ein eindrückliches Zeugnis der Sehnsucht nach seiner Heimat Polen und seiner kleinen Heimat Lodz und gleichzeitig eine beißende Auseinandersetzung mit der polnischen Politik vor dem Zweiten Weltkrieg, Nationalstereotypen und Antisemitismus darstellt.

Das unvollendete, 1949 veröffentlichte Werk hat die Form eines 9.000 Verse zählenden ironisch-romantischen episch-lyrischen Gedichts (manche nennen es Epos)1, dessen Handlung hauptsächlich auf zwei Zeitebenen spielt, der Erzählzeit des amerikanischen Exils und der erzählten Zeit in Lodz, Inowłodz und Warschau von 1905 bis in die 30er Jahre hinein. Der Handlungsfaden, der die vielen autobiographisch geprägten Erinnerungen mit Reflexionen über die jüngste Vergangenheit mit einer Anklage der deutschen Okkupation und der Schoah verbindet, bezieht sich auf die Schicksale von drei Personen: des alten Gärtners Herrn Dziewierski, der ein Laienkünstler ist und die Kunst der Blumenbinderei im höchsten Grade beherrscht, seiner Tochter Zofia, die einen im geteilten Polen russischen Offizier geheiratet hat, und seiner Enkelin Aniela, die von ihrem Großvater allein aufgezogen wurde und, wie aus mehreren Vorgriffen in die Zukunft zu ersehen ist, Tänzerin und...

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