Show Less
Restricted access

Literatur, Utopie und Lebenskunst

Series:

Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Show Summary Details
Restricted access

Das Erbe des Mythos im Zeitalter der Zivilisation. Tankred Dorsts Merlin

Extract

| 39 →

Das Erbe des Mythos im Zeitalter der Zivilisation Tankred Dorsts Merlin

Czesław Płusa

Das große Werk von Oswald Spengler mit dem „krass-katastrophischen“1 Titel Der Untergang des Abendlandes findet seinen durchdringenden, dichterischen Niederschlag im Drama Merlin oder Das wüste Land von Tankred Dorst. Kurzum, für etwas ganz Eigentümliches muss man halten, dass im literarischen wie auch wissenschaftlich-philosophischen Ausdrucksgestus die Agonie der abendländischen Kultursäulen diagnostiziert wird.2

Man muss bedenken, dass im 20. Jahrhundert in Deutschland wie im Ausland eine aktive Begeisterung für historische Stoffe da im Spiel ist.3 Der Grund ← 39 | 40 → dessen ist der Verlust der in ihren menschlichen Gehäusen legitimierten Fortschrittsgläubigkeit, die unter dem Druck des Zusammenbruchs eines umfassenden, geschlossenen und endgültigen Systems von Aussagen zerknickt. Nach dem Zerfall metaphysischer und religiöser Weltbilder kommen die Ansprüche auf Überschaubarkeit, Harmonie und Ordnung zum Vorschein.4 Die Struktur des Mittelalters scheint eine politisch-religiöse Konstante zu bewahren. Wahrhaftig ein großes und gutes Ding, alle Hoffnungen des mittelalterlichen Volkes mochten sich daran klammern. Jene Möglichkeit, die Gegenwart im Lichte der mittelalterlichen Idealisierung zu konzipieren, hat Tankred Dorst als ein Problem von großem Reiz beschäftigt. Auf die Frage, warum man sich auf das Vergan-gene besinnen sollte, gibt Dorst eine ehrliche Antwort: „Immer wieder hebt die Vergangenheit an.“5

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.